Im Bregenzerwald kämpfen Bauern mit einer Mäuseplage von fast schon biblischer Dimension. Die kleinen Nager haben sich in den vergangenen Wochen explosionsartig vermehrt und fressen nun die Wiesen kahl. Die Bekämpfung der Plage gestaltet sich sehr schwierig.
Gleich mehrere Landwirte im Bregenzerwald sind von der „Mäuseattacke“ betroffen, wobei die Lage in Schnepfau auf den ebenen Flächen entlang der viel befahrenen L200 besonders dramatisch ist. Dort fressen die Wühlmäuse Graswurzel um Graswurzel, die kommende Heuernte ist bereits jetzt massiv bedroht.
Milde Winter als Hauptursache
Experten verorten die Ursache für die Massenvermehrung in den frostarmen Wintern. Der Schnee falle oft auf ungefrorene Böden, was für die Mäuse ideale Bedingungen unter der „Isolierdecke“ schaffe, so Christian Meusburger, Pflanzenbaureferent der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, gegenüber dem ORF. Dies fördert ihre extrem schnelle Vermehrung – Weibchen können zwischen März und Oktober alle 20 bis 30 Tage bis zu acht Junge werfen.
Fallen und natürliche Feinde
Um der Lage Herr zu werden, ist das Aufstellen von Fallen eine Möglichkeit. Angesichts der Dimension der Plage ist dies allerdings eine kaum zu bewältigende Sisyphusarbeit. Zudem müssten alle Landwirte mitmachen, da die Nager keine Grundstücksgrenzen kennen, betont Meusburger. Hilfe kommt in der Regel aber auch von der Natur selbst. So gelten Füchse beispielsweise als hocheffektive Mäusejäger. Allerdings werden diese beim Überqueren der L200 oft überfahren – die „Bregenzerwälder Autobahn“ gilt als der Fuchsfriedhof in Vorarlberg schlechthin. Auch bei allen Greifvögeln stehen Mäuse auf dem Speiseplan ganz oben. Meusburger empfiehlt, diese durch das Aufstellen von Sitzstangen bei der Jagd zu unterstützen.
Giftköder sind kaum eine Option
Der Einsatz von Gift ist hingegen streng reguliert und praktisch keine Lösung. Offene Giftköder sind in Vorarlberg ohnehin flächendeckend verboten, da die Kollateralschäden extrem hoch sind und ihnen auch viele Tiere zum Opfer fallen, die man eigentlich schützen will.
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