09.01.2006 13:39 |

Ausgeliefert

Serienmörder Fourniret wieder in Frankreich

Belgien hat den mutmaßlichen Mädchenmörder Michel Fourniret am Montag an Frankreich ausgeliefert. Das meldete der flämische Rundfunksender VRT. Die Ermittler legen dem 63-Jährigen zur Last, sieben Mädchen umgebracht zu haben. Der teilweise geständige Franzose soll im Herbst vor ein Geschworenengericht im nordfranzösischen Charleville-Mézières gestellt werden.

Der vorbestrafte Fourniret hatte sich nach seiner Entlassung aus französischer Haft in Belgien niedergelassen, wo er lange unauffällig lebte. Im Juni 2003 - unmittelbar nach dem Urteil gegen den belgischen Mädchenmörder Marc Dutroux - wurde Fourniret festgenommen. Seine bereits nach Frankreich ausgelieferte Frau Monique Olivier soll dort als Komplizin ebenfalls vor Gericht gestellt werden.

Nach der Aufdeckung der Taten, die Fourniret zur Last gelegt werden, einigten sich die Justizminister der 25 EU-Staaten auf die Verknüpfung nationaler Vorstrafenregister. Damit soll verhindert werden, dass Straftäter in ein anderes Land umziehen und dort unerkannt ihr Unwesen treiben können.

Ehefrau lockte Opfer an
Die Fourniret zur Last gelegten Bluttaten geschahen zwischen 1987 und 2001. Die Ermittler nehmen allerdings an, dass Fourniret noch häufiger "Jagd auf Mädchen" gemacht hat, wie er es selbst ausdrückte. Olivier, die Fourniret als Besucherin im Gefängnis kennen gelernt hatte, war ihm nach eigenem Eingeständnis beim Anlocken von Opfern behilflich. Sie hatte mit ihrem Geständnis im Juni 2003 die Mordserie aufgedeckt.