Donald Trump will die Geschichtsdarstellung umgestalten: 2020 ließen US-Städte Kolumbus-Statuen im Zuge von Protesten entfernen. Jetzt lässt der amerikanische Präsident eine Statue von Christoph Kolumbus wieder aufstellen.
US-Präsident Donald Trump hat auf dem Gelände des Weißen Hauses an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Buildings eine Statue von Christoph Kolumbus errichten lassen. Es ist der jüngste Versuch, die Darstellung der US-amerikanischen Geschichte und Kultur umzugestalten. Der Kampf gegen eine von Trump als „antiamerikanisch“ bezeichnete Ideologie umfasste bereits unter anderem die Entfernung von Ausstellungen zur Sklaverei, sowie die Restaurierung von Statuen der Konföderierten.
Waren ein Zusammenschluss aus elf Sklaven haltenden Südstaaten, welche sich 1860/61 von den USA abspalteten. Dies führte zum US-amerikanischen Bürgerkrieg, welcher bis 1865 andauerte.
Black Lives Matter Proteste damals ausschlaggebend
Diese Maßnahmen könnten laut Bürgerrechtsaktivisten jahrzehntelange soziale Fortschritte zunichtemachen. Während der Black-Lives-Matter-Proteste im Jahr 2020 nach dem Tod von George Floyd entfernten mehrere US-Städte Statuen des italienischen Seefahrers, dessen von Spanien finanzierte Reisen ab den 1490er-Jahren den Weg für die Eroberung Amerikas durch Europa ebneten. Floyds Tod führte weltweit zu einer Neubewertung der Kolonialzeit und des Erbes der Sklaverei.
Kolumbus als „erster amerikanischer Held“ bezeichnet
Trump bezeichnete Kolumbus in einem am Sonntag veröffentlichten Brief als „den ersten amerikanischen Helden und einen der tapfersten und visionärsten Männer, die je auf Erden gelebt haben“. Aktivisten kritisierten dagegen die heroisierende Darstellung von Kolumbus und argumentierten, dass diese seine Grausamkeit gegenüber den indigenen Völkern Amerikas verharmloste oder ignorierte.
Die Statue im Weißen Haus ist eine Rekonstruktion derjenigen, die der verstorbene Präsident Ronald Reagan 1984 in Baltimore enthüllt hatte. Diese Statue wurde 2020 von Demonstranten, die Trump in seinem Brief als „antiamerikanische Randalierer“ bezeichnete, in den Hafen der Stadt geworfen.
Letzte Woche gab das Innenministerium bekannt, dass eine Statue von Caesar Rodney, einem Sklavenhalter und Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung, in Washington aufgestellt wird, nachdem sie 2020 im Zuge von Protesten gegen Rassismus in Delaware entfernt worden war. Eine während der Proteste umgestoßene Statue des Konföderiertengenerals Albert Pike wurde vergangenes Jahr in Washington wieder errichtet.
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