Tragischer Vorfall

Häftling bei Brand im Gefängnis gestorben

Burgenland
22.03.2026 17:30

Ein Insasse dürfte sich in einer Zelle in der Justizanstalt Eisenstadt verbarrikadiert und dann Feuer gelegt haben – mit tragischem Ausgang. Die Ermittlungen laufen.

Vorweg: Der tragische Vorfall hätte sich genauso gut in Leoben, Stein oder Innsbruck ereignen können – dass nun die vorbildlich geführte Justizanstalt Eisenstadt ins Gespräch kommen muss, ist schlichtweg Pech. Oberst Klaus Faymann und seine Stellvertreterin Oberstleutnant Klaudia Osztovics weisen die „Krone“ an, bezüglich Informationen zum Vorfall die „Stabstelle Kommunikation“ im Justizministerium in Wien zu kontaktieren. Von dort heißt es:

„Samstagabend kam es zu einem Haftraumbrand in der Justizanstalt Eisenstadt, bei dem ein Insasse verstorben ist. Nach den derzeit vorliegenden Informationen hatte der Mann zuvor seine Haftraumtür mit Inventar verbarrikadiert und anschließend ein Feuer gelegt. Trotz unverzüglichen Einschreitens der Bediensteten sowie der beigezogenen Feuerwehr und des Notarztes konnte der Insasse nicht gerettet werden. Die polizeilichen Ermittlungen sowie eine interne Prüfung zur Klärung der näheren Umstände laufen derzeit. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden.“

Blick in eine Zelle
Blick in eine Zelle(Bild: Harald Schume, Krone KREATIV)

Freilich bietet diese Stellungnahme reichlich Interpretationsspielraum an. Aber lassen wir lieber Oberst Faymann reden, obwohl er zu dieser Causa nichts sagen darf:

In der JA Eisenstadt sitzen derzeit 230 Häftlinge ein. Das theoretische Fassungsvermögen beträgt 175 Personen. Es gibt 90 Zellen. 60 Justizwachebeamte sorgen für einen geregelten Ablauf. Das Gebäude wurde zwischen 2010 und 2016 generalsaniert und ist somit auf dem nahezu neuesten Stand der Technik. Glaubt man dem Anstaltsleiter, halten sich gegenseitige Quälereien und Gewalt in überschaubaren Grenzen: Die Insassen leben nebeneinander her. In jedem Raum befinden sich WC und Brause, man kann die Schiebetür schließen. Folglich gibt es keine Gemeinschaftsduschen. In jeder Zelle steht ein Fernseher. 120 der 230 gehen sechs Stunden arbeiten, ob in der Tischlerei, Wäscherei, Schlosserei, für Fremdfirmen oder in der Küche. Eine Stunde dürfen sie in einem der drei Spazierhöfe an die frische Luft. Es wird geschaut, dass sie zueinander passen, ebenso bei der Zimmereinteilung. Ob Katholiken, Muslime, Orthodoxe – es wird für alle extra gekocht. Bei guter Führung sind Langzeitbesuche möglich.

Die Rahmenbedingungen dürften also passen. Prinzipiell.

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