Feier nach Amoklauf

„Mahmoud hat sein Leben für andere eingesetzt“

Oberösterreich
20.03.2026 18:02

Großer Andrang bei der Gedenkfeier für den erstochenen Afghanen Mahmoud A. (26) am Freitag in Linz nach dem Amoklauf eines Kroaten: eine rührende Feier mit dem Appell zu friedlichem Zusammenleben – und auch dem Wunsch nach einem Denkmal.

Erschütternde Szenen spielten sich am Freitagnachmittag während der Gedenkfeier für den getöteten Afghanen Mahmoud A. auf der Linzer Landstraße ab. Eine Teilnehmerin bekam einen Weinkrampf, konnte nicht mehr aufhören. Sie musste gestützt werden, setzte sich dann auf den Boden.

Das Lied „Kann mir jemand sagen, wo die Liebe wächst?“ berührte sie tief. A. hatte den Song gemeinsam mit Freunden im Asylheim komponiert. Auch andere hatten Tränen in den Augen. Auf einem Poller war die Parte des 26-Jährigen auf Farsi und Deutsch befestigt.

Versöhnliche Botschaften auf Transparenten
Versöhnliche Botschaften auf Transparenten(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

400 Menschen waren gekommen
Etwa 400 Menschen waren gekommen, um an die schreckliche Tat vom Samstag zu erinnern, als ein kroatischer Attentäter A. und dessen Freund Mahdi P. mit Messern niederstach, weil sie einem bedrohten Autofahrer zu Hilfe eilten. „Mahmoud hat sein Leben für andere eingesetzt“, hieß es in einer von dessen Bruder Safi verfassten Nachricht, die vorgelesen wurde. Die Bluttat habe in die Herzen von Angehörigen und Freunden ein tiefes Loch gerissen, das nicht zu schließen sei.

Auch Bürgermeister Dietmar Prammer zündete eine Kerze an.
Auch Bürgermeister Dietmar Prammer zündete eine Kerze an.(Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMM)

Familie hat keine Hassgefühle
Der Schmerz sei riesig, die Familie hege aber keinerlei Hassgefühle. „Das sind keine anonymen Schicksale, das sind Menschen. Lasst uns verhindern, dass noch mehr Hass entsteht“, appellierte Johann Reindl-Schwaighofer von der Volkshilfe an mehr Menschlichkeit, Respekt und Zusammenhalt.

Auf traurige Weise ausgelöscht
Mahmouds Leben sei auf traurige Weise ausgelöscht worden. Auch auf Transparenten wurde zum friedlichen Zusammenleben aufgerufen – eine Trauerminute folgte. Viele, darunter Stadtchef Dietmar Prammer, legten still Blumen ab oder spendeten für die Überstellung des Leichnams nach Kabul. Auch Forderungen nach einem Denkmal für A. wurden laut.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt