Nachdem ein Vergewaltigungsopfer weggeschickt worden war und dies durch die „Krone“ bekannt wurde, kam rasch Bewegung in die Gründung einer Gewaltambulanz in Linz. Nach den ersten drei Monaten gibt's eine erste Bilanz, und auch mit Kritik wird nicht gespart.
„Gewalt passiert nicht nach Dienstplan, nicht nur tagsüber und nicht nur unter der Woche. Ganz im Gegenteil: Gewalt passiert dann am häufigsten, wenn Paare und Familien zu Hause sind – also am Abend und an Wochenenden“ – SP-Frauensprecherin Renate Heitz spricht von „falscher Prioritätensetzung“ bei der seit 14. Jänner eröffneten Gewaltambulanz an der Linzer Uniklinik.
16 Frauen kamen persönlich vorbei
Denn diese ist nur an vier Wochentagen von sieben bis 15 Uhr geöffnet. Laut einer SPÖ-Anfrage an Gesundheitsreferentin und LH-Vize Christine Haberlander (ÖVP) haben seither 16 Frauen persönlich beim Zentrum um Hilfe gesucht, weitere fünf telefonisch. Haberlander betont, dass das Gewaltschutzzentrum ständig telefonisch erreichbar ist und auch außerhalb der Öffnungszeiten geschultes Personal – vor allem für die Spurensicherung – bereitstehe.
Wenig Personal und unsichere Zukunft
Kritik kommt auch an der personellen Ausstattung: Die Gewaltambulanz bekam fünf Wochenstunden für die Gerichtsmedizin und eine Teilzeit-„Forensic Nurse“ zugeteilt. Unsicher ist, wie es mit der Ambulanz weitergeht, da sich ein Pilotprojekt der Gerichtsmedizin Salzburg – die auch für OÖ zuständig ist – für Salzburger Spitäler in Ausarbeitung befindet. Es kann sein, dass mobile Teams und Tele-Medizin künftig eine Rolle spielen. Laut der SP-Frauensprecherin muss mehr getan werden, damit potenzielle Opfer von der Anlaufstelle überhaupt wissen.
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