Jetzt Amoklauf:

Trotz Messerattacken wurde Linzer nie untersucht

Oberösterreich
20.03.2026 05:00

Es gab ähnliche Angriffe jenes 34-jährigen Kroaten mit Messern schon vor den tödlichen Attacken in Linz. Doch bisher wurde seine Psyche noch nie durchleuchtet, dies sei bei den vorherigen Prozessen nicht nötig gewesen. Der Messerstecher behauptet von sich, psychisch krank zu sein – doch eine Diagnose fehlt bisher.

Er leide an Schizophrenie, behauptete der Tatverdächtige im Fall des tödlichen Amoklaufs am vergangenen Samstag in der Linzer Innenstadt bei seiner Einvernahme. Der 34-jährige Kroate war kurz vor 18 Uhr in der Bismarckstraße über drei Afghanen hergefallen, die ihn zu stoppen versucht hatten, als er auf einen älteren Autofahrer losgehen wollte.

Zwei der Freunde mussten – wie berichtet – ihre Zivilcourage leider schwer büßen. Mahdi P. (24) erlitt einen lebensgefährlichen Halsstich, wurde notoperiert – er durfte bekanntlich am Mittwoch das Linzer Unfallspital aber schon verlassen. Mahmoud A. (26) starb an den Folgen eines Stichs ins Brustbein.

Keine Unterlagen vorhanden
Das genaue Motiv für die Taten ist nach wie vor unklar. Der Kroate hatte bereits beim Verlassen der Wohnung seiner Frau gegenüber einen Amoklauf angekündigt. Nach dem kurzen Disput mit den Afghanen soll er in ein Geschäft gegangen sein und zwei große Messer gekauft haben, die nach den Taten bei ihm gefunden wurden. Dafür, dass er an Schizophrenie leide, liegen keine Unterlagen vor. „Wir haben ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben“, sagt Staatsanwältin Ulrike Breiteneder.

Das Blut des verhafteten Verdächtigen wird untersucht, da ein Drogenvortest auf Kokain und Benzodiazepine angeschlagen hatte. Der Familienvater und JKU-Haustechniker war auch schon wegen Suchtgiftdelikten verurteilt worden.

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2017 hat ein Zeuge gesagt, dass der spätere Täter vom Opfer provoziert worden sein soll. Es gab kein psychologisches Gutachten.

 Gerichtssprecher Walter Eichinger

Bereits 2009 und 2017 hatte er zwei Männer durch Bauchstiche schwer verletzt, war deswegen auch verurteilt worden. Von 24. November 2009 bis 27. Jänner 2010 sowie von 27. September 2017 bis 27. Mai 2019 saß er in Haft, bekam dann eine Bewährungshilfe. „Ein psychologisches Gutachten ist damals nicht eingeholt worden“, bestätigt Walter Eichinger, Sprecher des Landesgerichts Linz.

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