Grazer Kunsthaus

„Bloom“-Projekt: Wir sind zu 30 Prozent Löwenzahn

Steiermark
19.03.2026 19:00

Zwei Ausstellungen im Grazer Kunsthaus sind die Vorboten für ein großes Projekt des Universalmuseum Joanneum, das die Blumen in den Fokus rückt. „30 % Löwenzahn“ und „Hybrid Pleasures“ fordern ab 21. März mit kritischen, politischen und auch provokanten Positionen heraus.

Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn startet das Museum Joanneum sein Großprojekt „Bloom“. Das Grazer Kunsthaus zeigt in diesem Rahmen ab Samstag zwei Großausstellungen, die die Tonart für acht weitere Präsentationen an sieben Standorten vorgeben.

Schon im Foyer geht es los, in der Needle und auf der Dachterrasse sind ebenso Arbeiten zu finden wie im Space02. Sie alle gehören zur Schau „30 % Löwenzahn“, für die Kunsthaus-Leiterin Andreja Hribernik und Chefkuratorin Kartin Bucher Trantow mehr als 30 künstlerische Positionen sowie Beutestücke aus den UMJ-Sammlungen zusammenführten.

„Ghillie Suit“ von Anita Fuchs bei 30 Prozent Löwenzahn
„Ghillie Suit“ von Anita Fuchs bei 30 Prozent Löwenzahn(Bild: UMJ/J. J. Kucek)

Gemeinsame Gene
Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass ein Drittel der menschlichen Gene identisch mit jenen der Pflanzen ist, Blumen uns also viel näher stehen, als bisher gedacht. Und die Zugänge zu diesem Thema sind vielfältig: Kunst und Natur verbindend (wie bei Alois Neuhold, Nina Schuiki, Andrea Bowers, Elfie Semotan und Anita Fuchs), politisch (Anna Jermolaewa, Ryts Monet) oder poetisch (Barbara Frischmuths Gartenschere, Regula Dettwilers Herbarium der Gefühle und die Feldpostbriefe aus der Sammlung Joachim Hainzls). Kunsthandwerk kommt ebenso zum Zug wie Paläonthologie oder die Sammelleidenschaft eines Weltreisenden.

Marko Mele (wissenschaftlicher Geschäftsführer Universalmuseum Joanneum), Katrin Bucher Trantow ...
Marko Mele (wissenschaftlicher Geschäftsführer Universalmuseum Joanneum), Katrin Bucher Trantow (Chefkuratorin), Laura Smmith (Kuratorin), Josef Schrammel (kaufmännischer Geschäftsführer) und Andreja Hribernik, die Leiterin des Kunsthaus Graz (v. li.)(Bild: UMJ/J. J. Kucek)

Ironisch, feministisch und mit viel Schokolade
So richtig ans Eingemachte geht es im Stockwerk darüber. „Hybrid Pleasures“ – kuratiert von Bucher Trantow und Laura Smith widmet sich dem Werk von Helen Chadwick, der visionären feministischen Kunst-Ikone, die bereits in den 1980ern und 90ern mit ihren Arbeiten in Graz für Aufsehen sorgte. Blumen, Pflanzen, Fleisch, Schokolade und Pelze verarbeitete die 1996 verstorbene Künstlerin zu Objekten von großer Sinnlichkeit, Kraft und Ironie. Schönheit und Abscheu gehen bei ihr Hand in Hand, das Eine ohne das Andere ist nicht vorstellbar. Und mit viel Witz nahm sie schon früh Geschlechterklischees auf die Schaufel.

Arbeiten von Helen Chadwick und Liesl Raff im Space01
Arbeiten von Helen Chadwick und Liesl Raff im Space01(Bild: UMJ/J. J. Kucek)

Weit mehr als eine Ergänzung dazu sind die vielschichtigen Latex-Objekte von Liesl Raff, deren Sinnlichkeit perfekt mit Chadwicks Arbeiten harmoniert.

Beide Ausstellungen werden heute um 18 Uhr als Vorboten für die weiteren „Bloom“-Projekte des UMJ eröffnet. Das dichte Rahmenprogramm und die weiteren Termine findet man online.

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