„Explosiver Charakter”
England: Rasanter Meningitis-Ausbruch beispiellos
Angaben der englischen Gesundheitsbehörden zufolge ist der rasante Meningitis-Ausbruch (krone.at berichtete) im Süden des Landes beispiellos. Am Donnerstag wurden weitere Infektionsfälle mit Meningokokken der Untergruppe B gemeldet. Als Reaktion wurde ein Impfprogramm gestartet.
Zwei junge Menschen seien der auch als Gehirnhautentzündung bekannten Infektionskrankheit bereits erlegen, so die Behörde für Gesundheitssicherheit (UKHSA). Gesundheitsminister Wes Streeting bezeichnete die Ausbreitung der Infektion als „beispiellos“.
Man könne noch nicht bestätigen, ob der tödliche Ausbruch von Meningitis eingedämmt schon werden konnte, wird der Leiter des Gesundheitsamtes von Kent am Donnerstag von der BBC zitiert.
Gesundheitswarnung herausgegeben
Die UKHSA hat eine dringende Gesundheitswarnung herausgegeben, in der das Gesundheitspersonal aufgefordert wird, auf Anzeichen einer Infektion zu achten, nachdem die Gesundheitsbehörde 20 Verdachtsfälle untersucht hatte. Ein Großteil der Meningitis-Infektionen lässt sich demnach auf den Besuch des Nachtclubs „Club Chemistry“ in Canterbury Anfang März zurückführen.
Die Besitzerin des Nachtclubs teilte am Donnerstag mit, dass sich auch zwei seiner Mitarbeiter mit dem Erreger infiziert hätten. Sie befänden sich in einem Krankenhaus, seien aber in „einem stabilem Zustand“.
Nachtclub bleibt vorerst geschlossen
Der „Club Chemistry“ hat nach dem Ausbruch geschlossen. Seine Besitzerin, Louise Jones-Roberts, erklärte, man sei „nicht bereit, wieder zu öffnen, bis wir wissen, dass die Lage unter Kontrolle ist und die Menschen sicher sind.“ „Die Leute haben Angst. Es herrscht große Besorgnis“, fügte sie hinzu.
Studenten stehen für Impfung Schlange
Am Campus der University of Kent standen auch am Donnerstag Studierende Schlange (siehe Video oben), um sich nach einem tödlichen Ausbruch gegen Meningitis B impfen zu lassen. Bislang wurden am Campus 600 Impfungen verabreicht.
Diejenigen, die die Impfung erhalten haben, müssen nach mindestens vier Wochen für eine zweite Dosis zurückkehren, während vorsorglich auch 6500 Dosen Antibiotika ausgegeben wurden, teilte die Universität mit.
Insgesamt kommen rund 5000 Studierende der Universität Kent für die Impfung in Frage, heißt es. Sie werden dringend gebeten, sich zu melden, um den sofortigen Schutz durch Antibiotika bzw. den längerfristigen Schutz durch die Impfung zu erhalten.
„Was an diesem Fall besonders bemerkenswert und zugleich unerwartet ist, ist die große Anzahl von Fällen, die offenbar alle auf ein einziges Ereignis zurückzuführen sind“, erklärte Robin May, der Chief Scientific Officer der britischen Gesundheitsbehörde, gegenüber der BBC. Er spricht von einem „explosiven Charakter“ der Ausbreitung.
Übertragung durch Tröpfcheninfektion
Meningokokken sind Bakterien, die schwere und auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion – Husten, Niesen, Küssen – von Mensch zu Mensch übertragen.
Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich – Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen.
Behandlung beginnt oft zu spät
Unbehandelt endet fast die Hälfte der Meningitis-Fälle tödlich. Eine Infektion kann bei einem vollkommen gesunden Menschen innerhalb weniger Stunden zu schwersten Erkrankungen und zum Tod führen. Durch den sich schnell verschlechternden Krankheitsverlauf beginnt die Behandlung oft zu spät.









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