Neues Bootsdrama

Flucht über Ärmelkanal: Zwei Migrantinnen erstickt

Ausland
03.05.2026 18:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einer versuchten Überfahrt von Frankreich über den Ärmelkanal nach Großbritannien sind zwei junge Migrantinnen ums Leben gekommen. Laut offiziellen Meldungen waren sie auf einem kleinen Boot mit „ungefähr 82 Menschen“ an Bord.

Das Boot sei am Strand von Neufchâtel-Hardelot rund zwölf Kilometer südlich des Hafens von Boulogne gestrandet, wie es von der Präfektur Pas-de-Calais am Sonntag hieß.

Drei Insassen erlitten Verbrennungen
Die beiden Frauen seien tot im Boot aufgefunden worden, aber nicht ertrunken, sagte der Behördensprecher Christophe Marx. Sie seien wahrscheinlich erstickt, „was leider oft passiert“. Drei weitere Bootsinsassen hätten Verbrennungen „durch eine Mischung von Treibstoff und Meerwasser“ erlitten, 14 weitere Menschen seien leicht verletzt worden.

Schwangere in Lebensgefahr
Nach Angaben der Hilfsorganisation Utopia 56 handelte es sich bei den beiden Todesopfern um eine 16-Jährige und eine 20-Jährige. Eine Schwangere schwebe zudem in Lebensgefahr. Die „repressive Politik an der französisch-britischen Grenze“ sei verantwortlich für die Todesfälle, erklärte Utopia 56 auf X.

  „Ein Ende dieser Geschichte ist nicht absehbar. Niemand hat eine wirkliche Lösung und das ist dramatisch“, sagte die Bürgermeisterin von Neufchâtel-Hardelot, Paulette Juilien-Peuvion, der Nachrichtenagentur AFP.

Mindestens 29 Tote im vergangenen Jahr
Laut einer AFP-Zählung, die sich auf offiziellen britischen und französischen Angaben beruht, kamen in der Region im vergangenen Jahr mindestens 29 Migranten auf See ums Leben.

Nach britischen Angaben überquerten 2025 knapp 41.500 Migranten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien. Das ist die zweithöchste Zahl nach 2022, als rund 45.800 Menschen auf diese Weise nach Großbritannien kamen.

Großbritannien hat seine Einwanderungs- und Asylpolitik unter Premierminister Keir Starmer erheblich verschärft. Im vergangenen Monat vereinbarten Frankreich und Großbritannien eine Neuauflage ihres Abkommens zur Bekämpfung der irregulären Migration über den Ärmelkanal.

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