Ein US-Bundesrichter hat den umstrittenen Kurswechsel in der Impfpolitik unter Präsident Donald Trump vorerst gestoppt – und dabei ungewöhnlich deutliche Worte gefunden. Die Änderungen seien „willkürlich“ und widersprächen wissenschaftlichen Methoden sowie bewährten Verfahren, urteilte Richter Brian Murphy.
Konkret richtete sich die Entscheidung gegen Maßnahmen, die von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. vorangetrieben worden waren. Beanstandet wurden insbesondere ein reduzierter Impfplan für Kinder sowie eingeschränkte Empfehlungen für Corona-Immunisierungen. Murphy gab damit Klagen von Ärzteverbänden statt.
Änderungen brachten „Chaos und Verwirrung für Eltern“
Der Richter kritisierte zudem, die Regierung habe das traditionelle Verfahren für Impfempfehlungen „missachtet und damit die Redlichkeit ihres Handelns untergraben“. Murphy war von Trumps Vorgänger Joe Biden ernannt worden.
Unterstützung kommt von Kinderärzten: Ihr Verband bezeichnete die Entscheidung als „historisch und willkommen“. Die Änderungen durch den neu besetzten Impfausschuss hätten „Chaos und Verwirrung für Eltern und Kinderärzte im ganzen Land gestiftet“, hieß es.
Ministerium will sich davon nicht bremsen lassen
Der teils mit Impfskeptikern besetzte Ausschuss hatte unter anderem empfohlen, Impfungen gegen Rotaviren, Influenza und Hepatitis B aus dem Kinder-Impfplan zu streichen. Das Gesundheitsministerium rechnet laut einem Sprecher damit, dass die Entscheidung in der nächsten Instanz wieder aufgehoben wird.
Kennedy, ein Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy, gilt selbst als Impfskeptiker und hatte den Ausschuss mit der Überprüfung der mehr als 30 Jahre alten Regeln beauftragt. Er bringt Impfungen unter anderem mit Autismus bei Kindern in Zusammenhang – ein Zusammenhang, der wissenschaftlich nicht belegt ist.
Größter Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren
Hintergrund des Streits ist eine zunehmende Impfskepsis in den USA. Fachleute warnen vor der Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die bereits als weitgehend ausgerottet galten. So verzeichneten die USA im vergangenen Jahr den größten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren – mit mehr als 1400 Fällen.
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