Wirbel um Kurve

„Ich will nicht schuld sein, wenn etwas passiert“

Burgenland
16.03.2026 05:00

Seit Jahren streitet eine Familie in Kalch (Burgenland) mit der Gemeinde und den Behörden über eine unübersichtliche Kurve bei ihrer Hofzufahrt. Bis jetzt ist jedoch nichts geschehen.

In Kalch schwelt seit Jahren ein Konflikt, der Behörden, Gutachter und sogar die Volksanwaltschaft auf Trab hält. Mittendrin: Die Familie Meitz, die vor einer aus ihrer Sicht gefährlichen Verkehrssituation warnt und sich im Stich gelassen fühlt. Auslöser ist eine Gemeindestraße bei der Liegenschaft der Familie.

Kurve ist unübersichtlich
Seit Jahren fordert man eine Entschärfung einer Kurve, die laut Landwirt Ewald Meitz durch bauliche Veränderungen beim gegenüberliegenden Haus unübersichtlich geworden sei. „Ich will nicht schuld sein, wenn dort einmal etwas passiert“, sagt der Landwirt. Besonders problematisch sei die Ausfahrt auf der Rückseite der Liegenschaft. Mit Traktor und Anhänger sei das Einbiegen auf die Straße schwierig geworden. „Früher konnten wir normal ausfahren. Jetzt müssen wir beim Einbiegen teilweise zurückschieben, weil der Platz fehlt“, schildert Meitz.

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Für mich ist Angelegenheit jetzt erledigt und auch der Gemeinderat hat sich dagegen ausgesprochen. Wir sind ja nicht im Kindergarten.

Monika Pock, Bürgermeisterin Neuhaus am Klb.

Auch abseits der Kurve kommt es immer wieder zu Spannungen. Hohes Gras entlang der Straße und Lärmbeschwerden sorgen regelmäßig für Streit zwischen den Nachbarn. Mehrere Begehungen mit Sachverständigen, Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft habe es bereits gegeben. Passiert ist bislang nichts.

Gutachten bestätigen Handlungsbedarf
Auch Gutachten zur Errichtung einer sogenannten Schleppkurve seien erstellt worden. Laut Meitz hätten einige davon bestätigt, dass Handlungsbedarf bestehe. Die Gemeinde sieht die Situation jedoch anders. Laut Bürgermeisterin Monika Pock habe es zwar Überlegungen gegeben, die Kurve baulich zu entschärfen. Eine sogenannte Schleppkurve wäre möglich gewesen – Kostenpunkt rund 9000 Euro.

„Vor rund drei Jahren hätte es dafür sogar eine Mehrheit im Gemeinderat gegeben“, sagt Pock. „Wir hätten die Kurve damals umgesetzt, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass danach Ruhe ist.“

„Mit Fall befasst“
Eine entsprechende Zusage von Meitz habe es jedoch nicht gegeben. In einer späteren Abstimmung sei das Projekt schließlich nicht mehr beschlossen worden. Die Bezirkshauptmannschaft Jennersdorf bestätigt auf Anfrage, dass man mit dem Fall befasst sei. Da es sich um eine Gemeindestraße handle, liege die Entscheidung jedoch bei der Gemeinde.

Eine rechtliche Verpflichtung zur Änderung der Kurve gebe es derzeit nicht. „Wir geben nicht auf“, sagt Meitz. „Ich weiß eh, dass man im Land schon sagt: ,Setzt die Kurve um, damit die in Kalch endlich Ruhe geben.‘“ 

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