„Druck von oben“

KV-Verhandlung: Pflegekräfte geben nicht auf

Oberösterreich
15.03.2026 17:00

Am Dienstag gehen die KV-Verhandlung in den Ordensspitälern in die bereits achte Runde. Eine langjährige Angestellte vertraute sich der „Krone“ an und sprach von Druck von oben: „Das Personal ist völlig überlastet und bekommt keine Luft mehr.“

Noch immer stieg bei den KV-Verhandlungen für das nichtärztliche Personal aus den Ordenskliniken kein weißer Rauch auf. Am Dienstag findet deshalb bereits die achte Runde zwischen Vertretern der Arbeitnehmer und -geberseite statt. Davor wandte sich nun eine langjährige Pflegekraft an die „Krone“ und gab Einblicke, wie die Stimmung hinter den Krankenhausmauern ist.

Sorge vor Arbeitszeitverdichtung
„Wir wollen den Ordenskliniken nicht schaden. Wir machen alle den Job, weil wir gute Arbeit am Patienten leisten wollen. Unter den aktuellen Bedingungen ist das aber nicht möglich. Es braucht eine Arbeitszeitverkürzung, 40 Stunden sind viel zu viel“, bringt die Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, das größte Problem auf den Punkt. Die Pflegerin hat außerdem die Sorge, dass die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung mit einer Arbeitsverdichtung einhergeht.

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Wir sind auch nur Menschen. Es braucht eine Arbeitszeitverkürzung, sonst brennen die Leute aus oder das Niveau wird zwangsläufig sinken.

Eine betroffene Pflegekraft

„Nicht die feine englische Art“
Sprich, das Personal hätte zwar mehr Freizeit, müsste aber dafür noch mehr in weniger Stunden leisten: „Wir sind auch nur Menschen. Das Personal ist völlig überlastet und bekommt keine Luft mehr. Ändert sich nicht schnell etwas, brennen die Leute aus oder das Niveau wird sinken.“ Aus ihrer Sicht seien die Arbeitnehmer „gewillt, an einem Strang zu ziehen“, doch die aktuelle Art der Kommunikation in den Häusern sei „nicht die feine englische Art“.

Spaltungsversuche nach Streik
Der Druck von oben sei auch der Grund, warum beim zweiten, ganztägigen Streik am 3. März weniger Personal teilgenommen hätte. „Die Geschäftsführung spielt mit Zuckerbrot und Peitsche. Bei jenen, die zum Streik gegangen sind, wurde an ihre Moral appelliert. Man könne schließlich die Patienten nicht alleine lassen. Jene, die im Spital geblieben sind, wurden gelobt und es wurden Krapfen ausgeteilt“, ortet die Mitarbeiterin Spaltungsversuche.

Politik äußert sich nicht
Kollegen, die öffentlich zu den Verhandlungen Stellung bezogen hatten, seien teilweise auch schon zur Leitung zitiert worden und hätten Verwarnungen erhalten. „Pflegedienstleiter haben vor Jahren noch selbst mit uns am Patienten gearbeitet – jetzt sind sie aber gegen uns“, schüttelt die Frau den Kopf. Außerdem verstehe die Belegschaft nicht, warum sich die Politik gar nicht dazu äußert: „Selbst bei einer Einigung gehört das Ganze vom Land finanziert.“ 

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