Der Kaufvertrag ist zwar unterschrieben, aber grünes Licht gibt es noch nicht. Denn: Die Gemeinde will das schmucke Bootshaus als Schwarzbau abreißen lassen. Am Dienstag wird der Einspruch gegen den Abrissbescheid in Linz verhandelt, doch das ist nicht die einzige Hürde beim Verkauf.
Was ist los am Mondsee? Schon seit geraumer Weile schweben Pächter von Bojen und Bootshäusern in der Luft, weil ihre Verträge seitens der Seebesitzerin gekündigt wurden – die „Krone“ hat berichtet.
Gemeinde legt sich quer
Davon ganz unabhängig spielt sich am nordwestlichen Ufer in Mondsee ein anderes Drama ab. Am Areal des dortigen Alpenseebades steht seit 26 Jahren ein privates Bootshaus, in welches das Wassersportzentrum Mondsee eingemietet ist. Der Besitzer des Hauses und Betreiber des Sportzentrums, Josef Mörtl, hatte schon im vergangenen Mai bei der Gemeinde gemeldet, das Gebäude verkaufen zu wollen. „Ich habe angesucht, die Servitutsrechte, also Kanal-, Strom-, Wasser- und Zufahrtsrechte, an den Neubesitzer zu übertragen, wie es ihm laut Grundbuch zusteht. Seither legt sich die Gemeinde quer“, so Mörtl.
Abriss, weil Schwarzbau?
Stattdessen heißt es nun, dass das Gebäude ein Schwarzbau sei und abgerissen werden müsse. „Ich habe beim Bau neun Bescheide gebraucht, die alle positiv ausgefallen sind. Erst als ich verkaufen wollte, gab es plötzlich Probleme“, ärgert sich der 70-Jährige. Konkret störe man sich daran, dass andere Ziegel verwendet worden seien als ursprünglich geplant. „Die Bootshütte ist mein Lebenswerk, seit Jahrzehnten die erste Adresse für Wasserskifahren in Österreich“, sagt der Sportler.
Prominenter Käufer
Auch der Käufer ist Sportler: Niemand geringerer als Fußballstar Konrad Laimer hat den Kaufvertrag unterzeichnet. Er ist im benachbarten Abersee am Wolfgangsee aufgewachsen. „Ich kenne Konni schon lange, weil wir hier am Gelände jährlich das Red-Bull-Sommerfest veranstalten. Ohne die Servitutsrechte ist der Vertrag aber nicht rechtskräftig“, wie Mörtl bedauert. Er hat daher Einspruch gegen den Abrissbescheid eingelegt, der am Dienstag am Landesverwaltungsgericht Linz verhandelt wird. Seitens der Gemeinde will man sich nicht äußern.
Seit mehr als zehn Jahren kommen Red-Bull-Spieler mit ihren ganzen Familien zu uns. Viele haben ihr Interesse bekundet, beim Konni hat es jetzt gepasst.
Josef Mörtl, Wassersportzentrum Mondsee
Vom ersten Geld gekauft
Die Geschichte des Gebäudes ist durchaus interessant: Ursprünglich war das Alpenseebad-Areal samt Bootshaus im Besitz der Grafen Almeida. Als das Gelände an die Gemeinde verkauft wurde, machte diese nicht von ihrem Vorkaufsrecht für die Hütte Gebrauch – diese verblieb vorerst bei ihren adeligen Besitzern. „Vor rund 40 Jahren habe ich sie von meinem ersten Geld gekauft“, erklärt Josef Mörtl. Damit handelt es sich um ein sogenanntes Superädifikat – ein Baurecht „auf ewig“ auf fremden Grund.
Viel investiert
„Ich habe viel Zeit und Geld in den Umbau und die Renovierung gesteckt, weil die Hütte war damals in keinem guten Zustand“, so Mörtl. Weil aber geplante Verbesserungen für die Wassersportler in den vergangenen Jahren immer wieder abgelehnt worden waren, hatte sich der Besitzer schließlich schweren Herzens für einen Verkauf seines Lebenswerks entschieden – kaufkräftige Interessenten gab es zu jeder Zeit genug.
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