Polytec aus Hörsching

Autozulieferer mit weniger Umsatz und mehr Gewinn

Oberösterreich
13.05.2026 10:30
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Zwar ging der Umsatz des Autozulieferers Polytec aus Hörsching (OÖ) um ein Fünftel auf 143,7 Millionen Euro zurück, doch der Gewinn stieg im ersten Quartal des heurigen Jahres an. Das liegt vor allem am Verkauf von Geschäftsfeldern und eines Werks.

Der börsennotierte oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 bei einem deutlich geringeren Umsatz ein höheres Ergebnis erzielt. Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf 2,5 Millionen Euro, nach einer Million Euro im Vorjahresquartal. Grund für den Umsatzrückgang um 20,8 Prozent auf 143,7 Millionen Euro war vor allem der Verkauf des operativen Geschäfts im Vereinigten Königreich Ende 2025.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich von 3,2 auf 4,3 Millionen Euro, die EBIT-Marge stieg von 1,8 auf drei Prozent. Gestützt wurde das Quartalsergebnis durch positive Effekte aus dem Verkauf des Werkzeug- und Projektgeschäfts in Großbritannien sowie der Veräußerung eines Werks im belgischen Schoten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 5,8 Prozent auf 11,5 Millionen Euro zu.

Weniger Mitarbeiter
Durch den Verkauf der britischen Tochtergesellschaft reduzierte sich auch der Personalstand der Gruppe deutlich. Ende März 2026 zählte Polytec 3076 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente inklusive Leihpersonal) und damit um 17,1 Prozent weniger als am Vorjahresstichtag. Auch der Materialaufwand ging infolge der Verkäufe im ersten Quartal um 28,7 Prozent markant zurück.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 will das Unternehmen nach einer Pause wieder eine Dividende ausschütten. Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 2. Juni eine Dividende in Höhe von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen. Polytec beabsichtigt nach eigenen Angaben, auch künftig wieder jährlich eine Gewinnbeteiligung auszuschütten.

Heuer Umsatz zwischen 560 und 590 Millionen Euro erwartet
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen Konzernumsatz zwischen 560 und 590 Millionen Euro. Der im Vergleich zum Vorjahr geringere Erlös wird neben dem UK-Verkauf auch mit der erfolgten Werksschließung im deutschen Weierbach begründet. Trotz des niedrigeren Umsatzes rechnet das Unternehmen mit einer stabilen oder leicht verbesserten Ertragslage und strebt eine EBIT-Marge von rund drei Prozent an. Im dominierenden Automotive-Bereich geht Polytec aufgrund von Produktionsüberkapazitäten und „verschärftem Verdrängungswettbewerb“ am europäischen Markt lediglich von einem geringen organischen Wachstum aus.

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