Die Regierung hat sich nicht auf eine Spritpreisbremse einigen können. ÖVP und SPÖ forcieren völlig unterschiedliche Herangehensweisen. Fix ist nur: Tankstellen dürfen nur dreimal in der Woche den Preis erhöhen. Die Koalition will aber weiter an einer echten Preisbremse basteln.
Im Ministerratsvortrag, der der „Krone“ vorliegt, ist von einer „Glättung der ungewöhnlichen Preisschwankungen bei Treibstoffen“ die Rede. Konkret werden ab kommenden Montag nur mehr dreimal wöchentlich – am Montag, Mittwoch und Freitag – Preissteigerungen bei Tankstellen erlaubt sein. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit möglich.
Die ÖVP wollte ursprünglich Steuersenkungen, die SPÖ einen direkten Markteingriff mittels Margendeckel. Die NEOS waren eher auf ÖVP-Linie, aber generell zurückhaltend als die beiden anderen Regierungspartner.
Erdölreserven werden freigegeben
Weiters wird die Laufzeit der strategischen Gasreserve verlängert und die staatlichen Erdölreserven zur Dämpfung der Preise freigegeben. Durch eine international akkordierte Freigabe der Erdölreserven soll zu einer weltweiten Preisstabilisierung beigetragen werden.
Niemand soll von Krise profitieren
Im Punkt vier der Ministerratsvorlage hält die Regierung fest, dass sie weitere Gespräche über eine Spritpreisbremse führen wird. Man arbeite an einer gesetzlichen Grundlage, „um auf aktuelle und zukünftige Krisensituationen noch entschlossener und flexibler auf Treibstoffpreisentwicklungen reagieren zu können, mit dem Ziel, die Spritpreise zu stabilisieren“, heißt es in dem Papier wörtlich. „Diese Modelle sollen sicherstellen, dass weder der Staat außerordentliche Einnahmen, noch die Energieunternehmen von außerordentlichen Gewinnen in dieser Krisensituation profitieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit sicherstellen“.
Die Regierung will sich zudem auf europäischer Ebene für eine Weiterentwicklung und Reform des Emissionshandelssystems (ETS) und des Merit-Order-Systems einsetzen. Man arbeitet aktuell an einem Energiekrisenmechanismus. In anhaltenden Preiskrisen soll dieser den Arbeitspreis von Strom für Haushalte und KMUs auf zehn Cent pro kWh festsetzen. Das Inkrafttreten wird auf Anfang Juli 2026 vorgezogen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.