Trotz Trumps Vorwürfen

USA: Weiße Südafrikaner ziehen zurück in Heimat

Ausland
14.03.2026 11:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor rund einem Jahr öffnete US-Präsident Donald Trump die Grenzen für weiße „Flüchtlinge“ aus Südafrika. Er hatte wiederholt Angst geschürt, die weiße Bevölkerung werde in dem Land verfolgt. Jetzt wollen viele derer, die in die USA ausgewandert sind, trotzdem wieder zurück in ihre Heimat.

„Menschen werden am helllichten Tag erschossen. Amerikanische Staatsbürger werden erschossen“, sagte ein Mann, der bereits vor einigen Jahren in die USA ausgewandert war, in einem „Reuters“-Interview. Dort erhoffte er sich ein besseres Leben. Heute sagt er: „Ich möchte an so einem Ort nicht leben.“

Trump spricht vom „weißen Genozid“
Tausende weiße Südafrikaner planen derzeit, in ihre Heimat zurückzukehren – und das trotz Trumps Behauptungen, die weiße Minderheit werde von der Regierung bedroht und verfolgt. Mit seiner Darstellung übernimmt er eine in rechtsextremen Kreisen verbreitete Verschwörungstheorie vom angeblichen „weißen Genozid“. Pretoria bestreitet jegliche Diskriminierung oder Verfolgung von Weißen.

Tausende Südafrikaner zogen 2025 in die USA
Die Trump-Regierung verstärkt ihr neues Flüchtlingsprogramm für weiße Südafrikaner und konzentriert sich dabei besonders auf die Nachkommen niederländischer Siedler. Seit dem Start des Programms im Mai 2025 sind etwa 3500 Südafrikaner als Flüchtlinge in die Vereinigten Staaten eingereist.

Politische Unruhen ziehen sie zurück
Doch nun wollen viele zurück in ihr Heimatland. Ihre Gründe, die auch in einer Facebook-Gruppe namens „Rückkehr nach Südafrika“ widerhallten, waren unter anderem die Nähe zur Familie, niedrigere Lebenshaltungskosten und politische Unruhen im Ausland. Zwei Personalvermittlungsagenturen, die Expats bei der Umsiedlung helfen, berichteten von einem sprunghaften Anstieg der Anfragen.

„Im Ausland lebende Südafrikaner optimistisch“
Im November wurde ein Gesetz aus 1995 aufgehoben, das vielen Südafrikanern, die das Land verließen, die Staatsbürgerschaft entzogen hatte. Über ein Online-Portal kann man diese wieder zurückerlangen. Innenminister Leon Schreiber sagte, 1.000 Menschen hätten ihre Staatsbürgerschaft bereits zurück bekommen. Und die Zahl werde mit dem Start des Programms deutlich steigen. „Unter den im Ausland lebenden Südafrikanern herrscht definitiv Optimismus“, sagte Schreiber.

Rückkehrer wollen Jobs aus Ausland behalten
Kriminalität und Arbeitslosigkeit sind große Probleme in Südafrika, aber die Arbeitslosenquote liegt bei Schwarzen bei 35 Prozent, verglichen mit acht Prozent bei Weißen, wie die neuesten Zahlen des nationalen Statistikamtes „Stats SA“ zeigen. Für einige der Rückkehrenden sollte es möglich sein, ihre Jobs aus dem Ausland über Fernarbeit zu behalten. 

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