„Die eleganteste Lösung wäre, alle Opernhäuser der Welt in die Luft zu sprengen.“ Ein Zitat, das durchaus von Schauspieler Timothée Chalamet stammen könnte.
Ausgerechnet vor der Oscar-Verleihung, dem glamourösesten Abend des Films, stellte er ungewollt das Musiktheater ins Rampenlicht: „Ich möchte nicht in der Oper oder im Ballett arbeiten.“ Bereiche, in denen es heißt: „Lasst uns die am Leben erhalten, obwohl sie allen egal sind“, meinte er in einem TV-Gespräch mit Matthew McConaughey. Eine Aussage voller Sprengkraft, die einen furiosen Sturm der Entrüstung auslöste. Sogar seinen Oscar-Chancen, sagt man, habe er damit ein „Finale doloroso“ bereitet.
Die Opernhäuser gleich sprengen wollte Chalamet aber nicht, der eingangs (etwas verkürzt) zitierte Satz stammt von Pierre Boulez. Mit dieser ironischen Kritik verordnete der Komponist und Dirigent dem alten Genre quasi eine Frischzellenkur. Auch er sorgte damit für Empörung. Genau wie mit seiner modernen Wagner-Interpretation, die 1976 in Bayreuth sogar die Fäuste fliegen ließ. Die Inszenierung ging dann als bahnbrechender „Jahrhundert-Ring“ in die Geschichte ein.
Chalamet erkannte selbst, dass er „da völlig grundlos ausgeteilt“ habe. Und doch: Er hat einen Nerv getroffen. Die TikTok-Generation für die wunderbare Welt der Oper zu begeistern, ist ob der Länge, der Schwere und Preise wohl kein so leichtes Unterfangen. Ein bisschen Sprengkraft kann da vielleicht gar nicht schaden ...
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