Landestheater

Aufsichtsrat entschied einstimmig gegen Gräve

Vorarlberg
14.03.2026 12:45
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Groß war die Empörung seitens der Neos und der SPÖ, nachdem bekannt wurde, dass der Vertrag der Intendatin des Vorarlberger Landestheaters, Stephanie Gräve, nicht verlängert wird. Nun melden sich die Zuständigen der Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft mbH (KUGES) zu Wort. 

Nicht ganz nachvollziehen kann man bei der KUGES die Reaktionen nach der Entscheidung, die Stelle von Gräve neu zu besetzen. Die Verantwortlichen stellen zum einen klar, dass die „Behandlung der Frage einer weiteren Vertragsverlängerung“ nicht kurzfristig und auch nicht aufgrund einzelner Ereignisse der jüngeren Vergangenheit erfolgt sei. „Der Zeitpunkt der Befassung – rund zweieinhalb Jahre vor Ablauf des laufenden Vertrags – erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch der Intendantin, um frühzeitig Klarheit über die weitere Perspektive zu erhalten“, stellen die Zuständigen in einer Aussendung klar.  

Entscheidung nach Bewertungskriterien
Der Aufsichtsrat habe sich mit dieser Frage über einen längeren Zeitraum wiederholt befasst und dabei aktuelle Einschätzungen eingeholt. In der Sitzung vom 5. März 2026 wurde dann umfassend beraten. In das im Vorfeld erstellte Gesamtbild seien verschiedene Bewertungskriterien eingeflossen, dazu zählten unter anderem Programm, Vermittlung, wirtschaftliche Kennzahlen, Führungs- und Kommunikationskompetenz sowie Rollenverständnis. In diese Beurteilung seien sowohl die Berichte der Intendantin, der Geschäftsführung sowie des Betriebsrats eingeflossen, welche im Rahmen der Aufsichtsratssitzung regelmäßig erstattet werden.

Keine außergewöhnlich positive Gesamtbeurteilung
„Für eine weitere Verlängerung ohne Ausschreibung über eine zehnjährige Zusammenarbeit hinaus wäre aus Sicht des Aufsichtsrats eine in jeder Hinsicht außergewöhnlich positive Gesamtbeurteilung erforderlich gewesen“, heißt es in der Aussendung weiter. Diese habe jedoch in der Gesamtschau  nicht vorgelegen. Vor diesem Hintergrund sei nach intensiver Diskussion die Entscheidung für eine Neuausschreibung einstimmig von allen neun Mitgliedern des Aufsichtsrats getroffen worden.

Gräve erfuhr nicht aus Medien von Abberufung
Der Aufsichtsrat hält außerdem fest, dass die Intendantin vor der Veröffentlichung der Medieninformation in einem persönlichen Gespräch ausführlich über die Entscheidung informiert wurde. „In diesem Rahmen wurde ihr auch die beabsichtigte Kommunikation dargelegt und dabei auch Änderungswünsche ihrerseits berücksichtigt“, wehren sich die Verantwortlichen gegen die erhobenen Vorwürfe. Die Darstellung, wonach die Information über die Entscheidung erst durch Medienberichte erfolgt sei, entspreche nicht der Wahrheit.

Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink ist Vorsitzende des KUGES-Aufsichtsrats.
Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink ist Vorsitzende des KUGES-Aufsichtsrats.(Bild: Diverse Fotografen honorarfrei)

„Sowohl im persönlichen Gespräch als auch in der internen Information an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters wurde die Wertschätzung des Aufsichtsrats für die bisherige künstlerische Arbeit der Intendantin ausdrücklich festgehalten“, wird betont. Dies gelte ebenso für die Arbeit der Intendantin in den kommenden beiden Spielzeiten. Die frühzeitige Entscheidung diene dazu, für alle Beteiligten einen geordneten Prozess und entsprechende Planungssicherheit zu gewährleisten. 

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