Leichtes Aufatmen

Höhlendrama: Forscher geht es besser als gedacht

Ausland
10.06.2014 12:45
Der Zustand des Forschers, der seit Sonntag verletzt in einer Höhle in den Berchtesgadener Alpen liegt, ist wohl besser als zunächst gedacht. Der 52-jährige Stuttgarter sei dauerhaft ansprechbar und in der Lage, kurze Zeit zu stehen, sagte ein Sprecher der Bergwacht Chiemgau am Dienstag. Zuvor waren die Helfer davon ausgegangen, dass der Mann nur liegend transportiert werden kann. Die Bergung soll vermutlich bis Ende der Woche erfolgen, Spezialisten der Bergwacht Bayern gingen am Dienstag von drei bis fünf Tagen aus.

In der Nacht am Dienstag kehrten die ersten Helferteams aus der Höhle zurück und lieferten Informationen zum Zustand des Mannes. Demnach erlitt Höhlenforscher Johann Westhauser bei einem Steinschlag eine blutende Kopfverletzung. Ein Expertenteam aus der Schweiz, das seit Montagabend in der Riesending-Schachthöhle unterwegs ist, soll in den nächsten Stunden bei dem Verletzten ankommen.

Die Helfer aus der Schweizer sind auf die Rettung aus Schächten spezialisiert. Bei ihnen handle es sich um "vier absolute Profis", sagte Stefan Schneider von der Bergwacht Bayern am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Marktschellenberg.

Rettung muss etappenweise erfolgen
Der 52-Jährige, der zu den Entdeckern der Höhle gehört, soll in den nächsten Tagen etappenweise zu den fünf Biwakstationen gebracht werden, die Helfer bereits am Montag auf dem Weg nach oben eingerichtet hatten. Die Bergung aus dem dunklen und teilweise sehr engen Schacht dürfte dennoch extrem schwierig werden - der Einsatz bringt auch die Helfer an ihre Belastungsgrenzen.

Salzburger Höhlenretter sind ebenfalls an der Versorgung und Bergung des Schwerverletzten beteiligt. Einsatzleiter Norbert Rosenberger (45) zur "Krone": "Ein Einsatz wie dieser ist das Schlimmste, was passieren kann. Dieses Schachtsystem hat alles parat, was es an Problemen gibt. Es ist sehr tief, es gibt viele Engstellen und 'Canyons', die nur in Spreizhaltung überwindbar sind."

Steinschlag überraschte Forscher
Westhauser war am frühen Sonntag mit zwei Begleitern rund 1.000 Meter unter der Erdoberfläche in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands unterwegs, als es plötzlich zu einem Steinschlag kam. Der Mann wurde verletzt, er kann die Höhle nicht mehr aus eigener Kraft verlassen.

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