Krankenhaus Hall

Neues Haus und neue Methoden in der Psychiatrie

Tirol
11.03.2026 10:00

Im Krankenhaus Hall erhält die Psychiatrie ein neues Gebäude. Noch spannender: Auch die Behandlung der Patienten wird radikal verändert. Was das für die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bedeutet. 

Lange Wartezeiten auf eine Behandlung, zu wenig stationäre Plätze, Lücken in der ambulanten Versorgung. Das waren und sind Schwierigkeiten, mit denen Menschen mit psychischen Problemen immer wieder konfrontiert sind.

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Wir sehen, dass mehr Menschen an gewissen Situationen leiden. Dass dies mehr psychische Erkrankungen bedeutet, ist nicht gesagt.

Franz Altenstrasser, Leiter der Psychiatrie am LKH Hall

Tirol will das Angebot ausbauen. Allein an den Standorten St. Johann, Kufstein, Lienz, Zams und Hall sollen bis 2030 insgesamt 46 zusätzliche stationäre und tagesklinische Plätze entstehen. Darauf verwies Gesundheits-Landesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) am Dienstag in Hall, wo sich in den kommenden Jahren besonders viel verändern wird.

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Das neue Gebäude folgt dem Konzept einer heilsamen Umgebung. Viel Licht und Strukturen, die Natur, Ruhe und Therapie verbinden.

Thomas Klestil, medizinischer GF Tirol Kliniken

Großer Neubau um knapp 70 Millionen Euro
Die Psychiatrie erhält um knapp 70 Millionen Euro ein neues Gebäude. Im Herbst ist Baustart. Geplante Fertigstellung: 2029. Viel Licht, mehr Platz für Therapieräume und die Umsetzung neuer Behandlungskonzepte – das soll das neue Gebäude bieten. „Eine heilsame Umgebung“, wie es Thomas Klestil, medizinischer Geschäftsführer der Tirol Kliniken, ausdrückt.

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Wir bauen das Angebot für die Versorgung von Menschen mit psychischen Problemen laufend aus – stationär, aber auch ambulant.

Cornelia Hagele, Landesrätin für Gesundheit

Völlig andere Ansätze in der Behandlung
Doch nicht nur die Hülle wird neu, auch die therapeutischen Ansätze. Als Beispiel erwähnt Primar Franz Altenstrasser, seit Jänner Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Hall, die „zieloffene Suchtarbeit“. Diese bedeute eine Abkehr von der unbedingten Abstinenz als Zielvorgabe. Nicht für jeden sei der totale Verzicht möglich und richtig. Auch bei der Betreuung von Demenzkranken möchte Altenstrasser Pflegeheimen in Zukunft mehr Unterstützung bieten. Er denkt etwa an die Möglichkeit einer Kurzzeitbetreuung in seinem Haus. Ebenso soll eine bessere Versorgung für junge Menschen in der Übergangsphase von der Kindheit zum Erwachsenenalter aufgebaut werden.

4200 Patienten werden jedes Jahr stationär in Hall betreut. Der Bedarf steigt. Das hat mehrere Gründe. Altenstrasser nennt eine alarmierende Entwicklung: „Der Drogenkonsum nimmt zu.“ Selbst Kokain sei in der breiten Masse der Gesellschaft angekommen.

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