Der Niederösterreicher Michael Bübl fand im Spätsommer eine abgestürzte Brieftaube auf der Straße und pflegte sie mit viel Liebe gesund. Jetzt setzt er sich für das Image der verpönten Vögel ein: „Sie haben einen völlig falschen Ruf.“ Denn „Dorothea“ – wie er seinen Schützling liebevoll taufte – ist aus der Familie nicht mehr wegzudenken.
Die meisten Wiener sehen Tauben als Plage, sprechen sogar von den „Ratten der Lüfte“. In den wenigsten Augen verschönern die Vögel das Stadtbild. „Sie haben aber einen völlig falschen Ruf“, empört sich Michael Bübl gegenüber der „Krone“. Denn er lebt in seinen eigenen vier Wänden mit einer Taube zusammen.
„Mit viel Mühe und Liebe gesund gepflegt“
„Ich hab’ sie im Spätherbst verletzt auf der Straße gefunden. Alle anderen Autofahrer sind einfach vorbeigefahren“, erzählt der Niederösterreicher. Statt wegzusehen, nahm Bübl den Vogel mit nach Hause. „Der Flügel war kaputt. Ich hab’ die Taube mit viel Mühe, Sorgfalt und besonders Liebe gesund gepflegt.“ Und sie „Dorothea“ genannt.
Brieftaube stürzte bei Wettbewerb ab
Mittlerweile stellte sich jedoch heraus, dass der Vogel eigentlich ein Tauberich ist und einen Ring mit einer Nummer am Bein hat. Bübl recherchierte und stieß auf einen deutschen Züchter, von dem „Herr Dorothea“ stammen dürfte. Als Brieftaube nahm der Vogel an einem Wettbewerb teil, es ging um einen Flug von Ungarn nach Deutschland – in Ernstbrunn stürzte er ab. „Der Züchter interessierte sich aber nicht dafür“, so Bübl.
Zweimal habe man versucht, „Dorothea“ freizulassen, immer wieder kam sie zurück. Also ist der Tauberich jetzt ein fixes Familienmitglied. Und auch mit dem Kater „Gusti“ versteht sich der Vogel prächtig. Man geht zusammen spazieren, sitzt im Garten und fährt sogar Auto.
Michael Bübl, er setzt sich auch für den Tierschutz ein, ist besonders entsetzt zu sehen, wie manche Menschen mit diesen Vögeln umgehen. Er hofft, die Leute zum Umdenken zu bewegen: „Ich hab’ auch nicht gewusst, dass Tauben so sind. Die ist so zärtlich und übrigens auch sehr sauber.“ Und jetzt aus dem Leben des Niederösterreichers nicht mehr wegzudenken.
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