Die Berge sind schön – und gnadenlos. Immer mehr Menschen zieht es in die alpinen Hochgelände. Doch mit dem Boom steigt auch die Zahl der Einsätze für die Bergrettung. Die „Krone“ hat nachgefragt, wie es ist, für Hilfe in den Bergen zu sorgen.
Der Winter zeigte sich dieses Jahr wieder von seiner gefährlichen Seite. Lawinengefahr, Neuschnee und wechselnde Temperaturen sorgten in den Alpen immer wieder für dramatische Situationen. Während viele Wintersportler den frischen „Powder“ genossen haben, standen und stehen sie stets bereit: die freiwilligen Bergretter unseres Landes.
Einer von ihnen ist der 24-jährige Hermann Haller aus dem vorderen Stubaital (Tirol). Seit drei Jahren rückt er aus, wenn Menschen im Hochgebirge in Not geraten. Eine Selbstverständlichkeit für ihn, „schließlich bin ich in den Bergen aufgewachsen“.
Wenn du einmal mit der Lawine unterwegs bist, bist du eigentlich nur noch Passagier.
Hermann Haller (24), Bergretter
2025 gab es mehr Einsätze als je zuvor
Die Helfer am Berg werden immer öfter gebraucht. Laut aktueller Einsatzbilanz rückten die Bergretter vergangenes Jahr genau 10.912 Mal aus – ein Plus von mehr als 800 Alarmierungen im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt 11.104 Wintersportler mussten aus alpinen Notlagen gerettet werden. 234 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden.
Die Zahlen zeigen, wie sehr der Bergsport boomt, aber damit auch das Risiko. In Österreich arbeiten rund 13.000 Bergretter – stets freiwillig.
Wenn ein Alarm eingeht, zählt jede Sekunde. Denn wenn die Gefahr zu groß wird, muss der Einsatz abgebrochen werden. Und gerade Lawinen gehören zu den brenzlichsten Szenarien. Wer von einer Schneemasse erfasst wird, hat oft kaum eine Chance. „Wenn du einmal mit der Lawine unterwegs bist, bist du eigentlich nur noch Passagier“, so Haller.
Risiko wird oft unterschätzt
Aber auch erfahrene Bergsteiger drehen am Weg zum Gipfel manchmal um. Dabei erinnert Haller sich an eine seiner Skitouren zum Saisonbeginn. Am Gipfelhang hörte er „Wumm“-Geräusche – ein klares Zeichen dafür, dass die Schneedecke instabil war. „Die Entscheidung fiel sofort: Umkehren.“
Doch genau dieses Risiko im Schnee wird oft unterschätzt. Der junge Bergretter sieht den Leichtsinn mancher Wintersportler besonders kritisch. Viele würden trotz hoher Warnstufen ins gefährliche Gelände aufbrechen. Dabei gibt es klare Regeln. Bei hoher Lawinenwarnstufe raten Experten dazu, steile Hänge komplett zu meiden und auf flaches Gelände auszuweichen. „Es geht am Ende immer um das eigene Leben“, appelliert der 24-Jährige.
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