Weil ein junger Wiener die Wäsche und Pflege seines ersten eigenen Pkw um zehn Minuten überzog, flatterte bei der Familie eine Zahlungsaufforderung ins Haus, die es in sich hat.
Das erste eigene Auto ist der ganze Stolz eines 19-jährigen Wieners. Es wird ausgefahren und – damit es strahlt und glänzt – intensiv gepflegt. Weshalb der junge Lenker auch im vergangenen Oktober, gemeinsam mit einem Freund, der ebenfalls sein Auto auf Vordermann bringen wollte, zu einer Tankstelle in der Heiligenstädter Straße in Döbling fuhr.
Laut dem Fahrer lief es so ab: Es ist 18.30 Uhr. Zuerst wird Lanzenwäsche gemacht, dann der Innenraum mit dem Staubsauger gereinigt und schließlich noch Felgenreinigungsmittel aufgetragen. Weil dieses nochmals abgewaschen werden sollte, entschließt sich der junge Besitzer nochmals für eine Lanzenwäsche. Kurz noch ein Video, wie toll das neue Auto nach der Reinigung strahlt und um 18.55 Uhr wird das Areal von den Konsumenten wieder verlassen. Dauer der Rundumpflege, für die natürlich vollumfänglich bezahlt wurde: 25 Minuten.
Es ist unfassbar, wie man mit zahlenden Kunden umgeht. Solche Methoden dürfen keinen Erfolg haben.

Anwalt Nikolaus Rast ärgert sich über einen Kollegen.
Bild: zVg
Zu lange, findet der Tankstellenbetreiber und schickt am 26. Jänner 2026 via Anwalt einen Brief an den Burschen, dessen Vater der renommierte Strafverteidiger Nikolaus Rast ist.
Kleingedrucktes am Schild gibt Maximal-Dauer vor
Der Betreiber fordert 180 Euro, weil die Haltedauer laut Hinweistafeln maximal 15 Minuten betrage. Worauf auch Schilder hinweisen würden. Rast beanstandet die Forderung, doch wenig später flattert ein weiteres Schreiben ins Haus. Jetzt fordert der Tankstellen-Anwalt sogar die doppelte Summe: satte 360 Euro! Die stolze Summe ergebe sich aus den „Kosten der Parkraumüberwachung, Haltererhebung und Anwaltskosten“, steht darin. Und in roten Versalien darüber: „Letzte Mahnung“. Werden die 360 Euro nicht fristgerecht bezahlt, wird Klage eingebracht, heißt es weiter.
„Es ist unfassbar, wie man mit zahlenden Kunden umgeht. Solche Methoden dürfen keinen Erfolg haben“, sagt Rast, der natürlich nicht bezahlt hat. Der Freund hat übrigens kein Schreiben bekommen.
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