Mi, 14. November 2018

Im Alter von 65

01.06.2014 19:49

Schauspieler Karlheinz Hackl gestorben

Der österreichische Schauspieler Karlheinz Hackl ist tot. Der 65-Jährige starb am Sonntag friedlich im Kreis seiner Familie in Wien, teilte seine Ehefrau Maria Köstlinger mit. Hackl spielte an zahlreichen Bühnen und avancierte am Burgtheater zum Publikumsliebling, außerdem wirkte er bei mehreren Film- und Serienproduktionen mit.

Ein 2003 diagnostizierter Hirntumor teilte das Leben des Schauspielers in zwei Teile. Sein zweites Leben, das ihn nach der Genesung wieder zurück auf die Bühne führte, feierte er mit neuen Programmen, Auftritten und einem Buch. Im Vorjahr kam der Krebs wieder zurück, am Sonntag hat Hackl den Kampf verloren.

Auch politisch engagiert
"Meine zwei Leben - Ein ziemliches Theater" nannte Hackl das zu seinem 60. Geburtstag erschienene Buch, in dem er sich dem Genesungsprozess nach seiner Erkrankung widmete. So kehrte er nur eineinhalb Jahre nach der Operation nicht nur auf die Bühne, sondern auch aufs politische Parkett zurück. Er trat kraft- und humorvoll etwa mit Programmen wie "Ich, Hackl" und "Den Wurschtl kann kana daschlogn" auf und verstärkte sein politisches Engagement mit der Gründung der Partei "Soziale Kultur Österreichs" (SKÖ).

Im Frühjahr vergangenen Jahres wurde sein neues Programm "Mei Lebn - Karlheinz Hackl singt Georg Danzer" nur wenige Tage nach der Premiere jäh von einem neuerlichen Zusammenbruch unterbrochen. Dem folgte eine weitere Krebsdiagnose.

Am 16. Mai 1949 in Wien geboren, absolvierte Karlheinz Hackl nach der Matura sowohl ein Betriebswirtschaftsstudium als auch die Schauspielschule Krauss. 1972/73 debütierte er schließlich am Wiener Theater Die Courage. Nach einem ersten Vertrag an der Josefstadt war Hackl von 1974 bis 1976 am Volkstheater engagiert, danach holte ihn Boy Gobert für zwei Jahre ans Hamburger Thalia-Theater.

Publikumsliebling am Burgtheater
1978 wurde Karlheinz Hackl Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Hier avancierte er zum Publikumsliebling und war unter anderem als Demetrius in Shakespeares "Sommernachtstraum", als Karl Moor in Schillers "Die Räuber", als Alfred in Horvaths "Geschichten aus dem Wienerwald", als Molnars "Liliom" und Osbornes "Entertainer" zu sehen.

Bei den Salzburger Festspielen spielte der Kammerschauspieler, der unter anderem auch mit der Kainz-Medaille, einer "Romy" und 2012 auch mit einem "Lebenswerk-Nestroy" ausgezeichnet wurde und am Wiener Reinhardt-Seminar unterrichtete, 1991 die Titelrolle in "Der Schwierige" oder 2012 den Doktor von Aigner in Schnitzlers "Das weite Land".

Musicalerfolge feierte Hackl als Partner von Frank Hoffmann im "Käfig voller Narren" sowie als "Mann von La Mancha" an der Wiener Volksoper. 1988 feierte Hackl am Volkstheater mit Neil Simons "Brooklyn Memoiren" sein Regiedebüt. Danach inszenierte er Ibsens "Nora", Shakespeares "Romeo und Julia", Feydeaus "Ein Floh im Ohr", Raimunds "Verschwender" und Nestroys "Der Färber und sein Zwillingsbruder". Neben seiner Bühnentätigkeit wirkte Hackl in zahlreichen TV- und Filmproduktionen mit.

Ostermayer: "Hat den Menschen viel Freude bereitet"
Kulturminister Josef Ostermayer würdigte Hackl in einer Aussendung als "bedeutenden Volksschauspieler", der aber auch als Regisseur, Lehrer, Buchautor und Kabarettist "den Menschen in unserem Land viel Freude bereitet hat".

Der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sprach von Hackl als "ganz großen Theatermenschen". Er sei "kein lautstarker Selbstdarsteller, sondern ein Meister der leisen Töne" gewesen. "Im Vordergrund stand bei all seinen Rollen immer der Mensch in seiner Zerrissenheit. Sein wienerischer Humor und seine Selbstironie adelten ihn zum Publikumsliebling."

Für Karin Bergmann war Karlheinz Hackl "der Inbegriff der österreichischen Schauspielkunst", wie die Burgtheater-Direktorin in einer Erklärung mitteilte. Bergmann würdigte Hackl insbesondere für seine Darstellung von Figuren Nestroys, Raimunds und Hofmannsthals. "Das Burgtheater bedauert zutiefst diesen großen Verlust für die Theaterwelt", schrieb sie.

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