Einem Umbau einer Volksschule in Niederösterreich folgt jetzt ein Nachspiel: Misstrauensantrag und Ermittlungen gegen den Ortschef laufen. Dieser weist die Vorwürfe der FPÖ zurück. Die „Krone“ kennt die Hintergründe.
Im sonst ruhigen Rohrau im Bezirk Bruck an der Leitha sorgt ein Bauprojekt für Wirbel. Dem ÖVP-Bürgermeister wird vorgeworfen, im Rahmen des Volksschulumbaus Geld „veruntreut“ zu haben – es gilt die Unschuldsvermutung. FPÖ-Gemeinderat Dorel-Beniamin Birte ortet jedenfalls bei dem Projekt „eine plötzliche Kostenexplosion von 1,075 auf 2,2 Millionen, noch bevor überhaupt der Spaten gehoben wurde“.
Zurück zum Ursprung: Im Jahr 2020 stellten vier Architektenbüros ihre Ideen für die Renovierung der Schule vor. Bei einem dieser Teams war der Schwiegersohn von Albert Mayer dabei – der damals auch noch Vizebürgermeister war. Das Schwiegersohn-Team bekam letztlich den Auftrag.
Gerade bei Millionenprojekten braucht es Transparenz, saubere Vergaben und eine klare Trennung zwischen Amt und privaten Interessen.

Dorel-Benjamin Birte, FPÖ Rohrau
Bild: FPÖ Niederösterreich
Laut FPÖ hätte das Projekt aber neu ausgeschrieben werden müssen: „Denn die Kosten hatten sich mehr als verdoppelt. Alles wurde im Gemeinderat durchgewunken. Und der mutmaßlich befangene Bürgermeister leitete diese Sitzungen.“
Bürgermeister wehrt sich
Der Ortschef ist getroffen von den blauen Vorwürfen: „Diese sind völlig haltlos“, sagt er zur „Krone“. Die 2,2 Millionen seien schon 2020 einstimmig im Gemeinderat beschlossen worden. Immerhin sei die Schule komplett neu mit ökologischer Holz-Fassade eingekleidet und um einen Zubau erweitert worden. „Das alles kann man in Protokollen nachlesen“, so Mayer. Am Donnerstag wird im Gemeinderat über einen Misstrauensantrag gegen den Ortschef abgestimmt. Und auch die Staatsanwaltschaft Korneuburg bestätigt Ermittlungen gegen den Bürgermeister. Der Verdacht: Untreue und Amtsmissbrauch.
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