Proteste in Istanbul

Ministerium: Keine Österreicher verhaftet

Ausland
01.06.2014 19:22
Bei den Protesten zum Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste am Samstag in der Türkei wurden nach Angaben des Außenministeriums doch keine Österreicher verhaftet. Das Konsulat sei direkt mit der Polizei in Istanbul in Kontakt getreten und diese habe bestätigt, dass keine Österreicher festgehalten oder verhaftet wurden, erklärte Außenamtssprecher Clemens Mantl am Sonntag.

Die Sache sei für das Ministerium damit erledigt, so Mantl. "Einziger Anhaltspunkt" für den Hinweis der Festnahme zweier österreichischer Touristen sei ein Bericht der türkischen Zeitung "Radikal" gewesen, dies habe sich aber nicht bestätigt. "Radikal" hatte am Samstag von einer Festnahme am späten Samstagnachmittag nahe des Taksim-Platzes berichtet.

Das österreichische Konsulat in Istanbul habe auch versucht, die Redaktion der Zeitung zu kontaktieren, diese war jedoch telefonisch nicht erreichbar, erklärte der Sprecher.

Die türkische Polizei war am Samstag gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Sicherheitskräfte setzten auf der zum Taksim-Platz führenden Einkaufsmeile Istiklal Caddesi Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab mehrere Verletzte. Die Polizei verhaftete rund 120 Menschen. Am Sonntag setzte die Polizei auch in der Hauptstadt Ankara Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte seine Landsleute zuvor vor einer Teilnahme an Demonstrationen gewarnt. Er drohte mit einem strikten Vorgehen der Sicherheitskräfte, die "präzise Anordnungen" hätten.

Proteste wegen Park-Bebauung
Die Proteste im vergangenen Sommer hatten sich an Plänen der Regierung entzündet, den Gezi-Park am Rande des Taksim-Platzes zu bebauen. Am 31. Mai vor einem Jahr schlugen sie in landesweite Proteste um, die sich vor allem gegen den autoritären Regierungsstil von Erdogan und die eskalierende Polizeigewalt richteten.

Die Proteste kosteten mindestens sieben Menschen das Leben. Die Massendemonstrationen ebbten im Spätsommer ab, immer wieder flammen aber seitdem Proteste auf, die die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas zerschlägt. Die Regierung von Erdogans islamisch-konservativer AK-Partei steht auch wegen Korruptionsaffären und Sperren des Internets unter Beschuss.

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