Mit Spenderlunge

Oberösterreicher erklimmt höchsten Berg Amerikas

Oberösterreich
25.02.2026 13:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Jänner 2026 wagten acht lungentransplantierte Patienten aus fünf Ländern gemeinsam mit einem Wiener Ärzteteam eine Expedition in die argentinischen Anden. Die Mission: zeigen, wie leistungsfähig Menschen nach einer Transplantation selbst unter Extrembedingungen sein können. Der oberösterreichische Gipfelstürmer Helmut Steigersdorfer erklomm als Einziger den höchsten Punkt Amerikas.

Ganze 6961 Meter reicht der Gipfel des Aconcagua in Argentinien nach oben. Die Mehrheit der achtköpfigen Gruppe der lungentransplantierten Patienten erreichte mit dem Ärzte-Team Höhen von über 5500 Meter ohne zusätzlichen Sauerstoff. Die erfolgreiche Expedition stehe symbolisch für das Potenzial moderner Transplantationsmedizin, betonte Clemens Aigner, Leiter der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie, der selbst den Gipfel erreichte. Die dabei erhobenen Daten werden nun wissenschaftlich ausgewertet, berichtete das Ärzte-Team vom AKH und der MedUni bei einem Pressegespräch am Mittwoch.

Mit Spenderlunge auf 6961 Meter
Nach Expeditionen auf den Kilimandscharo (2017) in Tansania und den Jebel Toubkal (2019) in Marokko war der Aconcagua bereits das dritte Hochgebirgsziel für lungentransplantierte Patienten. Initiator und Organisator der Tour war der Lungenfacharzt Peter Jaksch von der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie. Ziel sei es gewesen, die Leistungsfähigkeit von Menschen nach Organtransplantationen sichtbar zu machen. „Mit Bedacht ausgewählte Patientinnen und Patienten sind körperlich belastbar, anpassungsfähig und in der Lage, auch unter Extrembedingungen Leistung zu erbringen – wissenschaftlich begleitet und medizinisch abgesichert“, sagte Jaksch.

Acht Lungentransplantierte sind gemeinsam mit einem Ärzteteam auf den 6961 Meter hohen Aconcagua ...
Acht Lungentransplantierte sind gemeinsam mit einem Ärzteteam auf den 6961 Meter hohen Aconcagua in Argentinien gestiegen.(Bild: APA/MedUni Wien, Michael Weber)

„Außergewöhnliche Erfahrung“
Teilgenommen haben Lungentransplantierte aus Österreich, der Schweiz, den USA, Kroatien und Dänemark sowie eine lebertransplantierte Frau aus der Schweiz. Steigersdorfer, dem 2002 am AKH Wien eine Spenderlunge implantierten worden war, erreichte mit acht Teammitgliedern den Gipfel. „Ich wollte zeigen, was unter kontrollierten Bedingungen mit einer vor 24 Jahren transplantierten Lunge machbar ist, und damit Hoffnung und Zuversicht geben“, sagte der 50-Jährige. Der Gipfelsieg war für ihn eine „außergewöhnliche Erfahrung – körperlich, mental, aber auch menschlich“. Angst vor medizinischen Komplikationen hatte Steigersdorfer nicht: „Bei so einer Dichte an kompetenten Ärzten am Berg – da brauchte ich keine Zusatzversicherung.“

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Ich wollte zeigen, was unter kontrollierten Bedingungen mit einer vor 24 Jahren transplantierten Lunge machbar ist und damit Hoffnung und Zuversicht geben.

Gipfelstürmer Helmut Steigersdorfer

Die Expedition wurde engmaschig medizinisch überwacht, Notfälle gab es laut Aigner keine. Jakob Mühlbacher von der Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie bezeichnete die Tour als „wissenschaftliches Feldlabor unter realen Bedingungen“. Die Teilnehmer litten lediglich an typischen, gut behandelbaren Beschwerden der akuten Höhenkrankheit wie Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Expertise aus Wien an der Weltspitze
100 bis 110 Lungentransplantationen zählt die Universitätsklinik für Thoraxchirurgie von MedUni Wien und AKH Wien zu den international führenden Zentren auf diesem Gebiet. Für viele Patienten mit schweren Lungenerkrankungen stellt der Eingriff die letzte lebensrettende Therapieoption dar. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Hochgebirgsexpeditionen sollen zur weiteren Verbesserung von Nachsorge und Transplantationsmedizin beitragen.

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