Nach der grausigen Bluttat auf einem Wiener Friedhof, bei der eine 64 Jahre alte Besucherin mit einem Messer getötet wurde, sind nun weitere dramatische Details bekannt geworden. Die mutmaßliche Täterin, ein erst 14-jähriges Mädchen, hatte bei der Tat ein Taschenmesser benutzt. Ein möglicherweise ausgearteter Raubversuch dürfte immer unwahrscheinlicher sein.
Wie die „Krone“ erfuhr, hatte die 14-jährige Verdächtige ihr späteres Opfer nicht gekannt. Es war offenbar ein reiner und schrecklicher Zufall, dass die 64-Jährige am Montagnachmittag am Friedhof Baumgarten in Penzing ins Visier der Jugendlichen geriet. Denn beim stundenlangen, nächtlichen Verhör war das Mädchen zwar geständig, konnte jedoch keinen Grund für die Tat angeben. Es soll „pure Lust am Töten“ gewesen sein. Ein psychiatrisches Gutachten wird wohl in Auftrag gegeben. Ob die 14-Jährige zum Zeitpunkt alkoholisiert war oder unter Drogen stand, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.
Zahlreiche Messerstiche
Des Weiteren wurde bekannt, dass die Bluttat mit einem Taschenmesser verübt wurde, das die mutmaßliche Täterin bei sich hatte. Damit stach die Verdächtige weit mehr als fünfmal auf ihr Opfer ein. Die Frau starb.
Ein weiterer Friedhofsbesucher entdeckte einige Zeit später die Leiche und stürmte gegen 17.20 Uhr geschockt in das Büro des Bestatters am Friedhofsareal. „Daraufhin haben wir sofort gesagt, wir müssen die Rettung verständigen“, so Bestatter Arthur Altbart im Gespräch mit der „Krone“. In weiterer Folge wurden die Einsatzkräfte alarmiert.
„Seelenruhig nach Zigarette gefragt“
Die Jugendliche wurde noch im Nahbereich des Tatortes von der Polizei gefasst. „Die Jugendliche wirkte völlig emotionslos“, so Altbart, habe keine Reue gezeigt. „Sie hat seelenruhig nach einer Zigarette gefragt.“ Das Mädchen lebt in einer betreuten Wohneinrichtung in der Nähe des Friedhofs, konkret seit November des Vorjahres.
Sie wirkte völlig emotionslos und hat keine Reue gezeigt.

Bestatter Arthur Altbart über die junge Verdächtige
Bild: Zwefo
Die Mutter der 14-Jährigen hatte die Obsorge an die Kinder- und Jugendhilfe abgegeben (MA 11). „Sie sagte, sie schaffe es zu Hause mit ihr nicht mehr und stimmte einer Betreuung in der WG zu“, berichtete Sprecherin Ingrid Pöschmann von der MA 11. Das Mädchen sei jedoch polizeilich vorher nie aufgefallen.
Psychiatrische Behandlung, Medikamente
„Das Thema bei ihr war ausschließlich eigengefährdendes Verhalten“, sagte Pöschmann. Aufgrund dessen sei die Österreicherin auch mehrmals in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe auch Medikamente einnehmen müssen. „Die Kinder in dieser Wohngemeinschaft haben alle psychiatrische Diagnosen“, so die Sprecherin.
Gerade in jener auf vier Plätze ausgelegten WG gebe es jedoch eine besonders engmaschige Betreuung. „Es sind täglich vier Erwachsene im Dienst“, erklärte die Sprecherin. Das Personal arbeite in engem Austausch mit dem Psychosozialen Dienst der Stadt Wien und den Kinder- und Jugendpsychiatrien zusammen. Eine psychiatrische Tagesklinik sei eng an die WG angebunden.
Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünden noch unter Schock. „Ein Psychologe ist derzeit vor Ort und betreut die Kinder und das Personal“, erklärte Pöschmann. „Natürlich müssen das alle erst einmal verarbeiten.“
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