Ärger über Inserat

“Schulz wählen, damit Deutscher EU-Präsident wird”

Ausland
24.05.2014 09:29
"Hat die Sozialdemokratie die europäische Idee wirklich verstanden?" - diese Frage stellen aktuell viele Internetuser auf Twitter und Facebook. Denn ein großflächiges Inserat des sozialdemokratischen EU-Spitzenkandidaten Martin Schulz in der deutschen Tageszeitung "Bild" spielt mit dem Nationalismus: Die Deutschen sollen am Sonntag Schulz wählen, damit "ein Deutscher Präsident der EU-Kommission" werde.

Während sich die Twitter-Gemeinde unter dem Hashtag "Nur ein Deutscher" auslässt, ist auch das Medienecho in Deutschland recht eindeutig: Einen "peinlichen Europawahl-Spruch der SPD" bzw. einen "Abstecher ins Nationale" orteten etwa der "Stern" bzw. die "Berliner Zeitung". Die "Welt" stellte den Wahlspruch einem Zitat von Willy Brandt gegenüber: "Ein guter Deutscher kann kein Nationalist sein."

Dass dieses Sujet nun auch in Österreich kursiert, dürfte hierzulande wenig hilfreich für die Sozialdemokraten sein: Für den ohnehin etwas glücklos agierenden Eugen Freund wird es als Spitzenkandidat der SPÖ mit dieser sehr deutschen Marketing-Kampagne nicht einfacher, doch noch Platz eins zu erobern.

Niedrige Wahlbeteiligung droht
Die Österreicher werden jedenfalls am Sonntag zu den Wahlurnen schreiten und ihre Stimme für die EU-Wahl abgeben. Die Wahlbeteiligung droht zwar die niedrigste aller Bundeswahlen zu werden, bei den Briefwählern zeichnete sich das aber nicht ab. Bis Freitag war der Rücklauf mit bis zu 80 Prozent etwa gleich gut wie bei der Nationalratswahl 2013. Allerdings wurden für die EU-Wahl um ein Drittel weniger Wahlkarten angefordert als für die Nationalratswahl.

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