Dichtes Schneetreiben

Wenn der Winter zur Überlebensprüfung wird

Tierecke
20.02.2026 18:05
Porträt von Katharina Lattermann
Porträt von Tierecke
Von Katharina Lattermann und Tierecke

Wenn die Landschaft unter einer weißen Decke verschwindet und die Kälte in jede Ecke kriecht, beginnt für viele Tiere eine harte Zeit. Ausgedehnte Futtersuche wird zur täglichen Herausforderung, der Energiebedarf steigt, während die natürlichen Ressourcen schwinden. Wildtiere kämpfen jetzt ums Überleben – doch mit ein wenig Wissen und Herz können wir sie unterstützen.

Bei geschlossener Schneedecke finden viele Vögel kaum noch Nahrung. Heimische Arten wie Meisen, Finken oder Amseln sind dann oft auf Futterstellen in Gärten, Parks oder auf Balkonen angewiesen. Besonders geeignet sind Sonnenblumenkerne, ungesalzene Erdnüsse, Fettfutter und Haferflocken – sie liefern viel Energie, ohne den Tieren zu schaden.

Unsere Vögel brauchen Hilfe
Wichtig dabei ist: Futterplätze sauber und trocken halten, damit sich keine Keime oder Schimmel bilden, die den Tieren schaden könnten. Mehrere kleine Futterstellen im Garten oder am Balkon verteilen außerdem das Futterangebot und reduzieren Konflikte zwischen den Vögeln.

Winterschlaf nicht stören
Kleine Wildtiere wie Igel oder Mäuse überwintern oft unter Laub‑ und Asthaufen. Diese natürlichen Unterschlüpfe bieten Schutz und Lebensraum über die kalte Jahreszeit – und dürfen deshalb nicht bewegt oder zerstört werden. Locker liegender Schnee drauf ist kein Hindernis, sondern Teil des natürlichen Schutzes.

Ein häufiges Missverständnis: Findet man einen Igel im Winter draußen unterwegs, heißt das nicht, dass er „nur kurz seinen Winterschlaf unterbrochen hat“. In den meisten Fällen ist ein solcher Igel geschwächt und in Not. Dann ist es wichtig, sich an eine Wildtierstation zu wenden, statt das Tier selbst zu versorgen.

Bei solchen Bedingungen haben Katzen kaum eine Überlebenschance. Erst vor einigen Wochen musste ...
Bei solchen Bedingungen haben Katzen kaum eine Überlebenschance. Erst vor einigen Wochen musste die „Pfotenhilfe“ zurückgelassene Katzen im Almgebiet retten.(Bild: Pfotenhilfe)

Streunende Katzen leiden besonders unter Schnee und Nässe: Sie finden kaum natürliche Nahrung und verlieren bei Kälte schnell Körperwärme. Geschützte Futterplätze können helfen, ebenso einfache Unterschlüpfe – etwa isolierte Kisten mit trockenem Stroh oder speziellen Decken. Diese bieten einen trockenen, windgeschützten Platz, an dem die Tiere zur Ruhe kommen können.

Vorsicht im Wald
Ganz anders verhält es sich bei Rehen, Hirschen oder Wildschweinen: Fachstellen betonen, dass diese Tiere gut an Winterbedingungen angepasst sind. Sie finden auch bei Schnee natürliche Nahrung und wären durch Fütterung eher gefährdet als geholfen. Bei extremer Knappheit wird der Förster die Tiere an geeigneten Futterplätzen versorgen. Falsches Futter von privaten Personen kann zu Verdauungsproblemen führen oder das natürliche Verhalten stören. 

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