Die verschneiten Berge locken jede Menge Wintersportler, von Tourengehern bis zu Schneeschuhwanderern. Damit das Naturerlebnis weder Wildtieren noch dem Wald schadet, sind diese Verhaltensregeln entscheidend.
Österreichs Bergwelt verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Anstieg bei Skitouren und Winterwanderungen. Was für Menschen Erholung bedeutet, stellt für heimische Wildtiere eine kritische Phase dar. Rehe, Hirsche und Gämsen haben im Winter ihren Energiehaushalt auf ein Minimum reduziert und leben von den im Sommer angefressenen Fettreserven.
Ruhezonen sind Rückzugsorte
In vielen Regionen wurden in Abstimmung mit alpinen Vereinen, Jägern und Tourismusverbänden spezielle Routen für Tourengeher und Schneeschuhwanderer ausgewiesen. Diese Lenkungsmaßnahmen ermöglichen ein konfliktfreies Miteinander, da sie sensible Bereiche wie Wintereinstände und Fütterungsstellen bewusst aussparen.
Wildtiere können sich durchaus an Skitourengeher gewöhnen, wie erfahrene Weidmänner berichten. Entscheidend ist jedoch, dass Sportler auf bekannten, ausgewiesenen Routen bleiben. Wenn Tourengeher entlang etablierter Wege aufsteigen und abfahren, stellt dies für das Wild kein Problem dar.
Kritische Zeiten
Besondere Rücksicht ist zu den Aktivitätszeiten der Wildtiere gefragt. Beginnt die Dämmerung, suchen Rehe, Hirsche und Gämsen nach Nahrung. Touren in den frühen Morgen- und Abendstunden sowie nachts – etwa beliebte Vollmond-Skitouren – stören die Tiere in dieser Phase. Im Hochwinter empfehlen Experten, Gipfel, Grate und Rücken vor 10 Uhr und nach 16 Uhr zu meiden.
Rücksicht als Überlebensfrage
Problematisch wird es, wenn der Mensch die markierten Routen verlässt – etwa um Wildtiere zu fotografieren oder Anfängergruppen auszuweichen. Werden Tiere in ihren Wintereinständen aufgeschreckt, verbrauchen sie bei der Flucht durch den Tiefschnee erhebliche Mengen ihrer lebensnotwendigen Energiereserven.
Die Folgen sind messbar: Bei Störungen muss der auf Sparflamme laufende Kreislauf blitzschnell auf Fluchtverhalten umstellen. Das bedeutet enormen Stress für den Organismus. Bei extremen Schneebedingungen kann der Energieverlust im schlimmsten Fall tödlich sein, da die Tiere die verbrauchten Reserven im Winter nicht mehr ausgleichen können.
Tipp: Informationen zu Ruhezonen und empfohlenen Routen bieten regionale Tourismusverbände, alpine Vereine und Naturschutzbehörden.
Natürliche Nahrung und Notfütterung
Heuer haben es die Wildtiere auf den Bergen etwas leichter: Dank der aktuellen Witterungsbedingungen finden sie noch reichlich natürliche Äsung – also pflanzliche Nahrung wie Gräser, Kräuter und Knospen. Nur bei extremen Schneeverhältnissen oder langanhaltenden Frostperioden organisieren Jäger Notfütterungen, um den Tieren durch harte Phasen zu helfen. Entscheidend bleibt jedoch, dass die Tiere in ihren Ruhezonen ungestört bleiben. Denn nur so können sie ihre Energie effizient nutzen.
Schutz für Jungwald und Tierwelt
Auch Jungwald und Wiederaufforstungsflächen sollten geschont werden: Die scharfen Skikanten können aufkommende Triebe abschneiden und damit Teile der Wiederaufforstung in Schutz- und Bannwäldern beschädigen.
Immer wieder machen Initiativen darauf aufmerksam, dass wir Menschen nicht alleine in der Natur am Berg sind. Der Wald ist in erster Linie der Lebensraum der Wildtiere. Es geht nicht um Verbote, sondern um bewusstes Verhalten und die Einsicht, dass in der weitläufigen Bergwelt für alle Platz ist – wenn man aufeinander Rücksicht nimmt.
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