Vater ohne LVS-Gerät

Lawinendrama entpuppt sich als Familientragödie

Tirol
20.02.2026 07:00

Einem Holländer (41) gelang es am Mittwoch in Fiss im Tiroler Oberinntal, einen Kameraden aus einer Lawine zu retten, aber nicht den eigenen Vater. Denn ausgerechnet der trug bei dem Unglück keinen Lawinen-Pieps.

Es war ein „schwarzer“ Aschermittwoch in den Tiroler Bergen. Bis zum frühen Nachmittag wurden der Leitstelle Tirol am Mittwoch mehr als 30 Lawinenabgänge gemeldet. Mindestens zwei endeten verheerend. In Navis starb ein Deutscher (43) unter den Schneemassen, in Fiss (Bezirk Landeck) ein Holländer (71). Ein 20-jähriger Einheimischer, der in Kirchberg verschüttet und reanimiert werden musste, liegt in kritischem Zustand an der Klinik.

Spezielle Tragik bei Todeslawine von Fiss
Das Unglück von Fiss beinhaltet eine ganz spezielle Tragik. Der 71-jährige Holländer, dessen Sohn (41) und ein weiterer Landsmann (34) waren mit Ski im freien Gelände unterwegs und lösten ein großes Schneebrett aus. Die Schneemassen verschütteten den Sohn teilweise, die anderen zwei Wintersportler komplett.

Begleiter rasch gefunden
Der Sohn konnte sich selbst befreien und suchte dann mit dem LVS-Gerät nach den zwei anderen. Er nahm ein Signal wahr, grub und befreite eine Person – den 34-jährigen Begleiter. Der wurde später verletzt ins Krankenhaus geflogen.

Eine Stunde unter Schneemassen
Doch ausgerechnet den eigenen Vater konnte er nicht orten – denn der trug als einziger des Trios keinen Lawinen-Pieps (LVS-Gerät). Erst nach einer Stunde entdeckte ein Lawinenhund den Mann – letztlich kam jede Hilfe zu spät.

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Bei einer Ganzverschüttung hat man ohne LVS-Gerät brutal schlechte Karten.

Patrick Wechner, Leiter Alpinpolizei Landeck

Nur 30 Zentimeter unter Schneedecke
Diese Familientragödie zeigt auf dramatische Weise die Bedeutung der Notfallausrüstung. Mit LVS-Gerät hätte der Mann wohl Überlebenschancen gehabt. Wie sich herausstellte, lag er lediglich rund 30 Zentimeter unter der Schneedecke.

Nur mit Notfallausrüstung ins Gelände
„Bei einer Ganzverschüttung hat man ohne LVS-Gerät brutal schlechte Karten“, weiß Patrick Wechner, Leiter der Alpinpolizei im Bezirk Landeck. Er appelliert an die Variantenfahrer, nur mit Notfallausrüstung unterwegs zu sein.

Wieder Schneefälle und starker Wind
Dies gilt ganz besonders auch für die nächsten Tage. Denn wieder sind größere Neuschneemengen prognostiziert. „Bis Freitagmittag gibt es in Nord- und Osttirol zwischen 20 und 40 Zentimeter Neuschnee – vor allem am Alpenhauptkamm sowie in den Nord- bzw. Nordweststaulagen“, weiß Matthias Walcher vom Lawinenwarndienst Tirol.

Weiterhin große Lawinengefahr
In den Brennerbergen und im Nordweststau kann es auch ein halber Meter sein. Der Samstag wird stürmisch, bis Sonntag ist abermals einiges an Neuschnee drin – mit Anstieg der Schneefallgrenze auf 1500 bis 2000 Meter. „Die Lawinengefahr bleibt weiter groß – Stufe 4“, betont Matthias Walcher.

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