„Echte“ Therapie tabu

Junge Chinesen lassen sich von KI „behandeln“

Ausland
17.02.2026 12:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Psychische Krankheiten sind ein anhaltendes Problem in China. Besonders junge Menschen leiden häufig unter Depressionen. Zum Psychotherapeuten zu gehen, ist allerdings ein No-Go. Deswegen vertrauen sich immer mehr junge Chinesen KI-Chatbots an.

Die WHO schätzt, dass in China 54 Millionen Menschen an Depressionen und etwa 41 Millionen an Angststörungen leiden. Experten zufolge suchen jetzt immer mehr junge Menschen die Hilfe bei künstlicher Intelligenz.

Zahlreiche Faktoren schlagen sich auf die Psyche
Psychische Belastungen scheinen im Laufe des Lebens von Chinesen immer weiter zuzunehmen: Es beginne mit Leistungsdruck in der Schule, später wird der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt zum Stressfaktor, wie die „IUSSP“ (Internationale Vereinigung zu wissenschaftlichen Studien der Bevölkerungsentwicklung) berichtet. 

Therapie gilt als Tabuthema
Trotz der vielen Belastungen sei es stigmatisiert, sich tatsächlich professionelle Hilfe zu suchen. In ihrem neuen Buch behandeln eine Psychologin und ein KI-Experte die eskalierende Krise psychischer Krankheiten und wie sich Jugendliche mit KI selbst helfen. Plattformen wie „DeepSeek“ seien dabei besonders beliebt, so Olive Woo und Yuk Ming Tang.

Mangel an Therapieangebot
„Das emotionale Wohlbefinden junger Menschen in China befindet sich in einer Krise. Doch gesellschaftliche Stigmatisierung und ein akuter Mangel an professionellen Ressourcen im Bereich der psychischen Gesundheit führen dazu, dass unzählige Menschen nicht die Unterstützung erhalten, die sie dringend benötigen“, erklären die Autoren.

KI mangelt es an Empathie
„DeepSeek“ arbeitet mit natürlicher Sprachverarbeitung und generativer KI. Dadurch, dass die Künstliche Intelligenz auch offline verfügbar sei, sei sie für besonders viele Chinesen zugänglich. Die Experten warnen jedoch auch vor negativen Effekten: KI-Systemen würde es an Empathie und emotionaler Intelligenz mangeln. Dadurch können sie schädliche Antworten liefern, die den psychischen Zustand Betroffener im schlimmsten Fall noch verschlechtern.

Experten warnen vor Abhängigkeitsverhältnis
Durch die ständige Verfügbarkeit bestehe auch die Gefahr, abhängig von der KI zu werden. Schon jetzt haben viele junge Chinesen ein inniges Verhältnis zu der Technologie: In den sozialen Medien des Landes gibt es zum Beispiel Anleitungen dafür, „DeepSeek“ mit Texteingaben so anzuleiten, dass man mit der KI wie mit einem perfekten Date kommunizieren kann. Obwohl die Technologie also Hoffnung biete, warnen die Forscher, es brauche einen grundlegenden Wandel in der psychologischen Betreuung im Land.

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