Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat nach den Unruhen in seinem Land auf die Tränendrüse gedrückt. „Ich selbst kann in der Nacht nicht mehr schlafen und bin sehr traurig über die bitteren Entwicklungen“, sagte er am Mittwochabend. Geglaubt wurde ihm aber offenbar nicht.
Zumindest stießen seine Worte in der Hauptstadt Teheran bei der Preisverleihung der jährlichen Filmfestspiele nur auf verhaltenen Applaus. Einige Kunstschaffende hatten aus Solidarität mit den Todesopfern der Anti-Regime-Proteste die Zeremonie boykottiert. „Es waren bittere Wunden, aber sie sollten geheilt und nicht bis zur Infektion vertieft werden“, sagte Pezeshkian weiter. Man müsse nun nach vorne schauen und sich versöhnen, statt weiter zu streiten und das Land „ausländischen Feinden“ zu überlassen.
Nach offiziellen Angaben kamen bei den Protesten zwischen Ende Dezember und Anfang Jänner mehr als 3000 Menschen ums Leben. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA spricht gar von 7000 Toten, persischsprachige Sender im Ausland gehen von Zehntausenden aus. Sie sollen durch Sicherheitskräfte ermordet worden sein. Die iranische Führung weist diese Vorwürfe zurück und macht ausländische Terroristen und Söldner verantwortlich.
Lage weiter angespannt
Inzwischen sind die landesweiten Aufstände abgeflaut, die Lage bleibt aber weiter angespannt. Die Wirtschaftslage im Iran ist desolat, hinzu kommt die Sorge vor einem möglichen militärischen Konflikt mit den Erzfeinden Israel und den USA. US-Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch beim Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, dass er weiter auf Verhandlungen setze und herausfinden wolle, ob ein Deal zustande kommen könne. Das letzte Mal habe sich der Iran gegen ein Abkommen entschieden und sei dann von US-Angriffen auf iranische Atomanlagen getroffen worden, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Für den Iran sei das nicht gut gewesen. „Hoffentlich werden sie dieses Mal vernünftiger und verantwortungsbewusster sein.“
Hoffentlich werden sie dieses Mal vernünftiger und verantwortungsbewusster sein.
US-Präsident Donald Trump will einen Atomdeal mit dem Iran.
Im Juni 2025 griff Israels Militär den Iran an, die dortigen Streitkräfte reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das Militär der Vereinigten Staaten dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Nach zwölf Tagen endete die militärische Auseinandersetzung mit einer US-Waffenruhe.
Vance: Umsturz „Sache des Volkes“
Aktuell sei man an einem Atomdeal mit dem Iran interessiert, sagte US-Vizepräsident JD Vance. Das Land dürfe keine Atomwaffen besitzen. Trump stünden weiterhin alle Optionen bereit, unter anderem auch der Einsatz des Militärs. „Wenn das iranische Volk das Regime stürzen will, ist das Sache des iranischen Volkes“, sagte der Republikaner weiter.
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