Berlin nahm ihn auf

USA sollen eigenen Arzt mit Ebola abgelehnt haben

Deutschland
21.05.2026 22:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Brisante Enthüllungen einer renommierten US-Zeitung: Die USA sollen den Rückflug eines US-Arztes, der sich im Kongo mit dem Ebola-Virus angesteckt hatte, abgelehnt haben. Der Mediziner wird stattdessen im Berliner Charité behandelt.

Der Chirurg Peter Stafford hatte sich wohl während einer Operation angesteckt – der Patient starb kurz darauf, wurde aber beerdigt, bevor er auf das tödliche Virus getestet wurde. Am Mittwoch wurde er schließlich nach Berlin geflogen, wo er sich in einer Spezialabteilung befindet, in der Patienten mit hochansteckenden Krankheiten getrennt vom regulären Klinikbetrieb behandelt werden können.

Evakuierung wurde von den USA verzögert
Wie die „Washington Post“ nun enthüllte, wollte die US-Regierung den Mediziner nicht zurück in seine Heimat fliegen lassen. In Berufung auf fünf mit dem Fall vertraute Quellen wird berichtet, dass der Rückflug von Stafford zunächst abgelehnt wurde. Die Evakuierung aus Afrika habe sich deshalb verzögert – bis schließlich Deutschland sich bereit erklärte, den Patienten aufzunehmen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet sich Stafford in einem „stabilen Zustand“.

Im Kongo versucht sich medizinisches Personal mit Schutzkleidung vor einer Ansteckung bei ...
Im Kongo versucht sich medizinisches Personal mit Schutzkleidung vor einer Ansteckung bei Patienten zu schützen.(Bild: AFP/SEROS MUYISA)

Doch ein Sprecher des Weißen Hauses wies diese Darstellung vehement zurück – die Berichterstattung sei  „absolut falsch“. Kush Desai erklärte: „Das oberste und einzige Anliegen der Trump-Regierung ist es, die Gesundheit und Sicherheit der amerikanischen Bürger zu gewährleisten.“

Inzwischen sind auch die Ehefrau und vier Kinder in Berlin angekommen. Sie wurden in der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen, wie das deutsche Gesundheitsministerium in der Nacht auf Donnerstag mitteilte. 

Doch die Sorge in den USA, was das tödliche Virus betrifft, ist unbestritten vorhanden: Die Staaten verschärften ihre Einreisebestimmungen. So wurde laut dem Sender CBS News ein Flug von Paris nach Detroit kurz vor der geplanten Landung umgeleitet, weil sich ein Passagier aus dem Kongo an Bord befand. Der Fluggast war laut US-Grenzschutzbehörde irrtümlich zum Flug zugelassen worden.

Wegen der neuen Bestimmungen durfte er eigentlich nicht einreisen – daher wurde die Landung in Detroit untersagt. Die Maschine wurde nach Montreal in Kanada umgeleitet, wie die Fluglinie Air France bestätigte. 

Der Ebola-Ausbruch in Kongo weitet sich indes aus. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums des Kongo vom Donnerstag gibt es landesweit bisher 671 Verdachtsfälle und 160 mutmaßliche Todesopfer.  In der östlichen Provinz Süd-Kivu sei ein Fall bestätigt worden, teilte die dort herrschende Rebellenallianz Alliance Fleuve Congo am Donnerstag mit. Damit hat das Virus eine Region erreicht, die Hunderte Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt. 

Zwei Infektionen in Uganda – Land ergreift Maßnahmen
Auch im Nachbarland Uganda wurden inzwischen zwei Infektionen nachgewiesen. Die Regierung in Kampala kündigte am Donnerstag an, als Vorsichtsmaßnahme innerhalb der nächsten 48 Stunden alle Flüge in den Kongo einzustellen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung