Ein Jahr aufgeschoben
Vene nicht gefunden: Hinrichtung abgebrochen
In letzter Sekunde ist im US-Staat Tennessee eine geplante Hinrichtung per Todesspritze gestoppt worden. Ein Zugang sei gelegt worden, doch für den gesetzlich vorgeschriebenen zweiten Zugang sei trotz mehrerer Versuche keine Vene gefunden worden, teilte die zuständige Vollzugsbehörde mit.
Tony Carruthers sitzt bereits seit mehr als 30 Jahren im Gefängnis, nachdem er unter anderem wegen dreifachen Mordes verurteilt wurde. Seine Anwälte versuchten bis zuletzt, mit einer DNA-Analyse seine Unschuld zu beweisen. Melanie Verdecia, die den Verurteilten neben anderen rechtlich vertritt, sagte: „Der Bundesstaat Tennessee foltert derzeit im Namen der Gerechtigkeit einen Mann, der seine Unschuld beteuert. So sollte unser System nicht funktionieren.“
Gouverneur schiebt Hinrichtung für ein Jahr auf
Die Todesstrafe ist in den USA umstritten. Bisher haben sie 23 der 50 US-Staaten abgeschafft. In mehreren anderen Staaten wird sie de facto nicht mehr vollstreckt.
In Tennessee wurde zuletzt über die Tauglichkeit der Giftspritze debattiert. Sie ist USA-weit die häufigste Hinrichtungsmethode. Der US-Staat hatte sämtliche Hinrichtungen für drei Jahre ausgesetzt, nachdem bekanntgeworden war, dass er die tödlichen Injektionen nicht ordnungsgemäß auf Wirksamkeit geprüft hatte.
Der Gouverneur des Staates, Bill Lee, zog kurz nach der Nachricht über die abgebrochene Hinrichtung Konsequenzen. Die Exekution werde für ein Jahr aufgeschoben, teilte sein Büro mit. Ein Gnadenersuchen des Verurteilten hatte Lee wenige Tage zuvor noch abgelehnt.










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