Tödliche Stürme

Portugal: Helfer kam in den Fluten ums Leben

Ausland
07.02.2026 21:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Teilen Portugals und in Südspanien ist aufgrund eines neuen Sturmtiefs die zweithöchste Unwetterwarnstufe ausgerufen. Auch „Marta“ hat bereits ein Todesopfer gefordert.

Ein Mitglied des Rettungsdienstes ertrank in einem Fluss in Campo Maior im zentralen Bezirk Portalegre, wie die Zivilschutzbehörde mitteilte. Portugiesischen Medien zufolge war der 46-jährige Rettungshelfer in Schwierigkeiten geraten, als er versuchte, ein überschwemmtes Gebiet zu durchqueren.

Reihe von tödlichen Stürmen
Erst am Mittwoch und Donnerstag war die Region von dem Sturm „Leonardo“ heimgesucht worden. In Spanien kam dabei eine Frau in einem Fluss in der Region Málaga ums Leben, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. 

In Portugal hatte es bereits zuvor seit vergangener Woche insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen gegeben. In beiden Ländern wurde das Militär zur Unterstützung der zivilen Katastrophenschutzkräfte hinzugezogen sowie in einigen Gebieten die zweithöchste Warnstufe orange verhängt.

Freiwillige Helfer in einem überfluteten Viertel der Hafenstadt Setubal
Freiwillige Helfer in einem überfluteten Viertel der Hafenstadt Setubal(Bild: EPA/JOSE SENA GOULAO)

Die neuen heftigen Regenfälle dürften die Lage in beiden Ländern weiter verschärfen, wo wegen ungewöhnlich vieler Unwetter der vergangenen Wochen schon weite Landstriche unter Wasser stehen, Stauseen am Limit sind und Flüsse über die Ufer treten. Die Böden sind bereits gesättigt und können kein weiteres Wasser mehr aufnehmen. In Spanien wurden insgesamt etwa 11.000 Menschen in Sicherheit gebracht, in Portugal den Berichten zufolge rund 1000 Bewohner niedrig gelegener Regionen.

Wasserbeben: Kleinstadt musste geräumt werden
In dem Gebirgsort Grazalema in Andalusien wurden sogar Erschütterungen wie bei einem Erdbeben durch Wassermassen registriert, die im Untergrund aus höheren Lagen unter die Stadt flossen. Die gesamte Kleinstadt musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden. In Medien war von einem seltenen Phänomen eines „Hidroseísmo“ die Rede, was sich als Wasserbeben übersetzen ließe.

Die Schäden vor allem in Portugal durch den Extremsturm „Kristin“ in der vergangenen Woche gehen offiziellen Angaben zufolge schon in die Milliarden. Die Überschwemmungen und Orkanwinde zerstörten Häuser, Straßen und Schienen wurden durch Erdrutsche unpassierbar und in der Landwirtschaft gab es enorme Schäden, wie der staatliche TV-Sender RTP berichtete.

Seltene Wetterlage über dem Atlantik
Meteorologen erklären die ungewöhnliche Serie an Winterstürmen in dieser sonst eher für Trockenheit bekannten Region mit einer seltenen Wetterlage über dem Atlantik. Ein Hochdruckgebiet über Grönland und Island habe sich weiter als sonst nach Süden ausgebreitet. Dadurch befinde sich auch ein normalerweise bei den Azoren liegendes Hoch zurzeit weiter südlich, wodurch Atlantiktiefs, die sonst eher Großbritannien und Deutschland träfen, nun weiter südlich durchzögen.

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