Am Freitag sind die indirekten Gespräche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten vorerst beendet worden. Beide Seiten hätten ihre Ansichten ausgetauscht, sagte Irans Außenminister Abbas Araqchi. Es ging unter anderem um Irans Atomprogramm und internationale Sanktionen gegen das Land.
Die jeweiligen Seiten waren sich allerdings nicht ganz einig darin, worüber überhaupt gesprochen werden sollte. Die Vertreter aus den USA wollten auch über ballistische Raketen und Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Nahost-Region wie der Palästinenserorganisation Hamas beraten. Damit Verhandlungen tatsächlich zu einem „sinnvollen Ergebnis“ führten, müssten diese Bereiche und der Umgang mit dem eigenen Volk beachtet werden, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Dabei bezog er sich auf das brutale Vorgehen der Einsatzkräfte gegen Demonstrierende. Bei den jüngsten Massenprotesten gegen das Mullah-Regime sollen Tausende Menschen getötet worden sein.
Ein Einlenken der iranischen Führung war hier, wenig überraschend, nicht zu erkennen. Sie zeigte sich, wie schon in der Vergangenheit, bereit, das Atomprogramm des Landes zu begrenzen. Bisher hatten die USA gefordert, dass das Regime die Urananreicherungen, die zum Bau von Kernwaffen führen könnte, vollständig einstellen müsse. Verhandlungen über eine vollständige Aufgabe oder über das heimische Raketenprogramm schloss Teheran aber aus. Die Führung erhofft sich ein Ende der Sanktionen und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Proteste wurden durch die schwere Wirtschaftskrise ausgelöst und weiteten sich zu einem politischen Aufstand aus.
„Mauer des Misstrauens“
Die Beratungen seien ein guter Anfang gewesen und würden weitergehen, sagte Abbas Araqchi, der daran teilgenommen hatte. „Die Mauer des Misstrauens sollte überwunden werden.“ Vertreterinnen und Vertreter aus dem Oman vermittelten. Hintergrund der indirekten Gespräche sind Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump hat mehrfach mit einem Militärschlag gedroht, sollte es keine Einigung geben. Die iranische Führung hat daraufhin Vergeltung angekündigt, sollte das Land angegriffen werden. „Das Einbringen der militärischen Komponente erhöht das Risiko und die Kosten der Verhandlungen; die Verantwortung dafür liegt bei den USA“, hieß es in einem Bericht.
Iraner sehen Verhandlungen kritisch
Das US-Militär hat seine Präsenz seit Anfang Jänner in der Region deutlich ausgebaut. Im Sommer 2025 schlossen sich die Streitkräfte dem Krieg zwischen Israel und dem Iran auf der Seite Israels an. Sie bombardierten zentrale Atomanlagen und beschädigten diese zum Teil stark.
Viele Iranerinnen und Iraner sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel in ihrem Land und fürchten, dass neue Gespräche mit den USA dem Mullah-Regime nur den Rücken stärken würden. Trump selbst hatte sich Mitte Jänner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik ausgesprochen.
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