„Wir werden sehen ...“

Wieso Angriff auf Iran im letzten Moment ausblieb

Ausland
15.01.2026 11:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem brutalen Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen die Massenproteste wächst international die Sorge vor einem militärischen Konflikt. Warnungen diplomatischer Vertretungen, der teilweise Abzug von US-Militärpersonal aus dem Nahen Osten und eine zwischenzeitliche Sperrung des iranischen Luftraums schürten Befürchtungen, US-Präsident Donald Trump könnte seine Drohungen wahr machen. Doch die Attacke blieb schlussendlich doch aus.

Doch der befürchtete Angriff blieb aus, und das, obwohl Trump noch am Mittwoch auf Truth Social (siehe Screenshot unten) iranischen Demonstranten Beistand versprochen hatte. „Hilfe ist auf dem Weg“, ließ er wissen. „Merkt euch den Namen der Mörder und Täter, sie werden einen großen Preis zahlen.“

Bei den Protesten kommt es zu einer der brutalsten Niederschlagungen seit Jahren. Es gibt Berichte von Tausenden Menschen, die vom Regime getötet worden sein sollen. Trump hatte deswegen mit einem Militärschlag gedroht.

(Bild: truthsocial.com/@realDonaldTrump)

„Alle Signale deuten darauf hin, dass ein US-Angriff unmittelbar bevorsteht“, gab sich auch ein westlicher Militärvertreter im Vorfeld besorgt. Der Iran hatte Nachbarländer wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei gewarnt.

Sollte Washington angreifen, würden US-Stützpunkte auf deren Gebieten angegriffen. Der Luftraum wurde gesperrt, Flüge umgeleitet. Staaten wie Italien oder Polen riefen Staatsbürger zur Abreise auf.

US-Präsident Donald Trump hat ein Ende der Gewalt gegen Demonstranten im Iran verkündet. Auf dem ...
US-Präsident Donald Trump hat ein Ende der Gewalt gegen Demonstranten im Iran verkündet. Auf dem Banner steht „Tod den USA“ geschrieben.(Bild: AP/Mark Schiefelbein)
Im Iran gab es in den vergangenen zwei Wochen massive Proteste gegen die Führung der seit 1979 ...
Im Iran gab es in den vergangenen zwei Wochen massive Proteste gegen die Führung der seit 1979 bestehenden islamischen Republik.(Bild: AFP/UGC)
(Bild: AP/UGC)
(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)
(Bild: AFP/UGC)
(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)

Trump hatte zuvor mit einer scharfen Reaktion gedroht, falls Teheran wie angekündigt Demonstranten hinrichten lässt. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hat das Erhängen von Protestierenden infolge ausgesetzt.

Hinrichtungen ausgesetzt
Doch Trumps Ankündigung blieb also bislang theoretisch. Erfolgt also kein Angriff mehr? Der israelische Militäranalyst Amir Bohbot von der (linksgerichteten) Nachrichtenseite „Wallah“ geht von einem echten Rückzieher aus.

Proteste im Iran

Im Iran gab es in den vergangenen zwei Wochen massive Proteste gegen die Führung der seit 1979 bestehenden islamischen Republik. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Mehr als 10.000 Menschen wurden demnach im Zuge der Massenproteste festgenommen.

Trump habe laut „BILD“ seinen Beratern klargemacht, er wolle nur dann zuschlagen, wenn die Angriffe dem iranischen Regime einen entscheidenden Schlag versetzen würden. Diese hätten ihm jedoch nicht garantieren können, dass das Mullah-Regime in der Folge zusammenbricht. 

Trump sagte vor Journalisten, er habe aus „sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite“ die Zusicherung erhalten, dass „die Tötungen aufgehört haben“.

Auf die Frage, ob eine militärische Intervention der USA nun vom Tisch sei, antwortete Trump am Mittwoch: „Wir werden es uns ansehen und sehen, wie der Prozess abläuft.“

Hohe Opferzahlen
Menschenrechtsorganisationen im Ausland dokumentieren trotz Internetsperren so gut wie möglich das Ausmaß der Gewalt. Die Gruppe Iran Human Rights (IHRNGO) bezifferte die Zahl der getöteten Demonstranten auf 3428. Die tatsächliche Zahl könne deutlich höher liegen.

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