Der kurzfristig verordnete Stopp für geplante Operationen in Bad Aussee und Rottenmann sorgt für neuen Zwist zwischen Graz und der Region. Die Patienten müssen auf andere Krankenhäuser ausweichen, die Mitarbeiter sind verunsichert.
„Es zahlen jene drauf, welche die Operationen dringend notwendig haben“, ist der Altausseer Bürgermeister Gerald Loitzl verärgert. Auch Gerhard Wechtitsch, Betriebsrat im LKH Bad Aussee, stellt sich die Frage: „Und wo bleibt das Patientenwohl?“
Was ist passiert? Wie berichtet, kam Dienstagabend die überraschende Dienstanweisung des Kages-Vorstands, in Aussee und auch Rottenmann ab sofort keine geplanten orthopädischen Operationen mehr durchzuführen. Mehr als 30 Patienten, die bereits einen Termin hatten, wurden – teils nur ein paar Stunden vor dem Eingriff – darüber informiert. Sie müssen nun auf andere Krankenhäuser ausweichen, für sie werden gerade halbwegs annehmbare Lösungen gesucht.
„Ein Akutfall wird bei uns immer vorgezogen“
Auslöser des Konflikts war eine Skifahrerin, die sich in der Vorwoche an einem späteren Nachmittag am Loser verletzte und nach Rottenmann gebracht wurde. Weil der OP-Saal am nächsten Tag schon voll mit geplanten Eingriffen war, so die Vermutung von Kages-Vorstand Gerhard Stark. Und das mit Patienten, die der diensthabende Chirurg aus seiner Privatordination selbst zugewiesen hat. Ein Vorwurf, den der Mediziner klar zurückweist.
Auch Wechtitsch betont: „Ein Akutfall wird bei uns immer vorgezogen!“ Als die Dame an jenem Nachmittag ins Spital gekommen sei, sei aber kein Unfall-, sondern ein Allgemeinchirurg im Dienst gewesen, daher habe man sie vorschriftsmäßig nach Rottenmann transferiert.
Der Betriebsrat hält auch fest, dass es sich bei den geplanten Operationen am Folgetag um keine Privatpatienten gehandelt habe: „Keiner von ihnen hatte eine Sonderklasseversicherung.“
Große Verunsicherung unter Mitarbeitern
Die Verunsicherung unter den 160 Mitarbeitern in Bad Aussee ist groß. Die Chirurgie soll ja ohnehin im ersten Halbjahr geschlossen werden, wie Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl angekündigt hat. Zuvor soll aber der Kooperationsvertrag mit der Klinik Bad Ischl (OÖ) in trockenen Tüchern sein. Das kleine Haus in Aussee wird zu einem Zentrum für Akutgeriatrie und Remobilisation, eine 24-Stunden-Ambulanz ist ebenso geplant.
Zwischen Graz und der Region Ausseerland scheint mittlerweile sehr viel Porzellan zerbrochen zu sein. Schon bisher wurde die Kommunikation rund um die neuen Spitalsstrukturen kritisiert. Das sei nun der Gipfel, meint Bürgermeister Loitzl und fragt sich: „Wie kann man so wenig Fingerspitzengefühl haben?“
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