Unruhe in LH-Partei

ÖVP: Zwischen Stelzer und Achleitner knirscht es

Oberösterreich
05.02.2026 09:16

Eineinhalb Jahre vor der Wahl zieht Landeshauptmann Thomas Stelzer die Wirtschaftsagenden immer stärker an sich. Er gibt in wirtschaftspolitischen Fragen den Ton an – und drängt den eigentlich zuständigen Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner an den Rand. Parteiintern ist von Reibungen die Rede, öffentlich wird beschwichtigt.

Eineinhalb Jahre vor der Landtagswahl im September 2027 zeigt sich in der ÖVP ein Riss an höchster Stelle. Wie die „Krone“ aus Parteikreisen erfuhr, knatscht es zwischen Landeschef Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. Auffällig dabei: In wirtschafts- und industriepolitischen Fragen gab zuletzt nicht mehr der zuständige Landesrat den Ton an. Die Agenda setzt Stelzer. Auch bei Gesprächen mit Wirtschaftskapitänen greift der Landeshauptmann selbst zum Steuer.

Achleitner bei Airport die Show gestohlen
So etwa am Mittwoch in Mondsee, wo der LH beim Konzern BWT (Best Water Technology) einen wirtschaftspolitischen Ausblick auf 2026 gab. Er spricht von einem Schlankmacherprogramm bei Gesetzen und Vorschriften, um die Deregulierung konsequent fortzusetzen. Stelzer sagte vor Journalisten und Parteifreunden: „Als industrielle Speerspitze Österreichs wollen wir aus unserer Stärke einen echten Vorteil machen: mehr Investitionen nach Oberösterreich holen, unsere Betriebe stärken und damit Arbeitsplätze sowie unseren Wohlstand langfristig absichern.“ Beim Besuch und Rundgang bei BWT in Mondsee, wo es ein Treffen mit Chef Andreas Weißenbacher gab, war der Wirtschaftslandesrat nicht dabei.

LH Stelzer und Köppl-Turyna zu Gast bei BWT-Boss Andreas Weißenbacher (re.). Der für die ...
LH Stelzer und Köppl-Turyna zu Gast bei BWT-Boss Andreas Weißenbacher (re.). Der für die Wirtschaft verantwortliche Politiker Markus Achleitner war nicht dabei.(Bild: Max Mayrhofer)

„Natürlich muss sich der Regierungschef darum kümmern“
Zur Chefsache ist auch die Rückholung des Frankfurt-Flugs geworden. Während Achleitner vor wenigen Tagen noch von „laufenden Verhandlungen sprach, zu denen es keine Informationen gibt“, verkündete der Landeshauptmann: „Der Frankfurt-Flug ist zurück.“ (siehe Bericht auf den Seiten 28/29.) Achleitner ist immerhin Chef des Flughafen-Aufsichtsrats und für die Beteiligungen des Landes zuständig.

Vom Wirtschaftslandesrat heißt es, Stelzer und er teilen sich die Aufgaben. Der Landeshauptmann antwortet auf die Frage, ob die Wirtschaft Chefsache sei: „Die Wirtschaft ist einfach eine zentrale Herausforderung. Und natürlich muss sich der Regierungschef darum kümmern.“

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