VWs Jubiläums-Sportler

GTI 50: „Billigste Batterie-Kraxn fährt ihm davon“

Motor
04.02.2026 08:46

VW bringt den schnellsten GTI aller Zeiten auf den Markt - und in den Kommentaren unter dem Fahrbericht geht es rund. Das war zu erwarten, denn der VW Golf GTI Edition 50 polarisiert aus mehreren Gründen. So sorgt er für Begeisterung wie auch Ablehnung.

Letzteres dominiert in den Postings. „Lobhudelei für einen Verbrenner? Geht‘s noch?“ schimpft jemand unter Pseudonym. Logisch, unter Klarnamen kann man auf Social Media nicht so gut unfreundlich sein. Da müsste man dann schreiben, dass man Autos mit Verbrennungsmotor generell ablehnt und das vielleicht auch noch begründen.

Da zetert man lieber weiter: „Dem fährt übrigens sogar die billigste China-Batteriekraxn davon!“ Damit sind wir dann schon beim Kern der gehaltlosen Verbalattacke, denn es gibt nicht viele Elektroautos, welche die Nordschleife in 7:46 Minuten umrunden können. Den Standardsprint von 0 auf 100 km/h schaffen jedoch viele schneller als in den 5,6 Sekunden, die der GTI 50 braucht. 

Doch auch wenn der auf 325 PS abgespeckte Zweiliter-Vierzylinder aus dem Golf R (ein bisschen Respektsabstand muss sein) gewiss ein schönes Stück Ingenieurskunst ist – die wahren Qualitäten des schnellen Wolfsburgers liegen woanders: im Fahrwerk.

Genau das beschreibt sehr richtig ein anderer Kommentar: „Golf hin oder her, ob nun Sportler oder nicht – aber die Vorderachse hat definitiv etwas!“ Das kann man schon aus meinem Fahrbericht schließen, oder auch aus dem, was VW-Werksfahrer Benni Leuchter im Video während der Fahrt auf der Rennstrecke erzählt. Um das wirklich beurteilen zu können, braucht man halt die Gelegenheit wie auch die Fähigkeit, das Fahrzeug artgerecht bewegen zu können.

Sonst kommen solche Kommentare dabei raus: „Es ist ein PS-starker Frontkratzer. Egal, was verändert wurde. Er könnte auch 10.000 PS haben. Ein Golf ist ein Golf.“ Wobei das natürlich nicht ganz falsch ist. Dass ein Golf ein Golf bleibt, ist ein großer Vorteil – unter der Woche Familienkutsche, am Wochenende Tracktool. Passt.

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„Golf hin oder her, ob nun Sportler oder nicht … die Vorderachse hat definitiv etwas!“

Leserkommentar

Das ist „völlig sinnbefreit“, schreibt einer. „Denn schon heute gibt es Elektroautos mit mehr Power und besserer Verarbeitung.“ Antwort siehe oben. Und weiter: „Oder es gibt auch Lotus, Alfa Romeo 4C, Caterham (natürlich auch zum Teil gebraucht). Damit hat man einen richtigen Sportwagen.“ Ja, und braucht einen Zweitwagen für den Alltag. Das ist dann natürlich nicht „völlig sinnbefreit“.

Es findet sich auch wirklich intelligente Kritik ...
... vor allem von einem Leser, dem man immer wieder anmerkt, dass er Ahnung vom Fach hat (und dafür von anderen gerne angefeindet wird). Er postet spitzzüngig: „Es ist ein fein austariertes Ballett der Produktpositionierung, bei dem der Kunde sich glücklich schätzen darf, für einen GTI Preise jenseits der 60.000 Euro zu zahlen und sich dabei exklusiv zu fühlen. Und das für ein Auto, das schneller ist als ein Golf R, aber natürlich nur mit dem richtigen Performance-Paket.“ Auch von „der subtilen Evolution der Mittelmäßigkeit“ ist die Rede. Und vom „Gipfeltreffen automobiler Innovationskunst, bei dem Volkswagen uns wieder einmal beweist, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss, sondern einfach nur größer und teurer.“

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„Wenn‘s kurvenreich wird, verliere ich die im Rückspiegel von meinen Dacia!“

Leserkommentar

Von der feinen Klinge zum Schenkelklopfer: „Porsche für Arme. Für Fahrer, die nur auf der Geraden abdrücken können, wenn‘s kurvenreich wird, verliere ich die im Rückspiegel von meinen Dacia! Aber auf der Geraden, da sind‘s die Rennfahrer!“ Auch andere wissen genau, worauf es bei einem Auto ankommt: „Toll, da habe ich ein Auto, das theoretisch 270 km/h schafft. Darf aber in Österreich höchstens 130 fahren.“

Klar muss man die moralische oder die Sinn-Keule schwingen, wenn jemand ein Auto mit mehr als 40 PS fährt, das 131 km/h oder noch mehr schafft. Da kann man sich gleich als was Besseres fühlen.

Natürlich sind Elektroautos die Zukunft ...
... Autos mit Verbrennungsmotor muss man trotzdem nicht verteufeln. Außerdem ist es verlogen oder ahnungslos, wenn man den emotionalen Impact eines Autos rein über die Motorleistung bemisst. Da kann man sein T-Bone-Steak gleich in die Mikrowelle legen, da wird es schneller heiß als auf dem Grill.

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„Es ist ein Golf GTI und damit mehr Kultstatus als jedes andere Auto.“

Leserkommentar

Auch Stephan Schätzl ist bekennender Fan des ersten VW Golf GTI – hier mit 110 PS starkem ...
Auch Stephan Schätzl ist bekennender Fan des ersten VW Golf GTI – hier mit 110 PS starkem 1,6-Liter-Motor.(Bild: Volkswagen)

Auch unter Benzinbrüdern hat der GTI 50 nicht nur Freunde: „Alles nix gegen den 1er-Golf GTI mit 1,8-Liter-Motor und 112 PS als Sondermodell Rabbit GTI. Ein echter Traumwagen.“ Was nicht von der Hand zu weisen ist.

Wie wär’s mit einem versöhnlichen Schlusswort? „Es ist ein Golf GTI und damit mehr Kultstatus als jedes andere Auto. Hätte ich das Geld, dann ... und die anderen müssen ihn ja nicht kaufen/mögen. Aus Pasta!“

Anmerkung: Tipp- und Rechtschreibfehler in den Kommentaren habe ich korrigiert – bis auf einen.

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