Eines ist gewiss: Waffenverbot verhindert schwere Taten am Reumannplatz nicht. Das wird den Schöffen am Mittwoch im Wiener Landl klar, als sich zwei vorbestrafte Männer (36 und 33) wegen schwerer Körperverletzung verantworten mussten. Sie sollen im August einen Mann so brutal zugerichtet haben, dass dieser nun seither im Wachkoma liegt – es besteht noch immer Lebensgefahr.
Laut Anklage sollen die beiden Männer am 19. August vergangenen Jahres ihr Opfer (35) zu Boden gerissen und mehrfach auf Kopf und Körper eingeschlagen und eingetreten haben. Die Folgen waren verheerend: schwere Kopfverletzungen, Blutungen aus mehreren Gesichtsöffnungen und mehrere Trümmerbrüche.
Opfer barfuß attackiert
Hinzu kommt: In der Tatnacht dürfte fast jeder Beteiligte alkoholisiert gewesen sein. Kaum ein Zeuge konnte glaubwürdig vernommen werden. Doch ein Detail sorgte für Aufsehen: Der Hauptangeklagte soll während der Attacke keine Schuhe getragen haben.
„Ich ziehe beim Sitzen manchmal die Schuhe aus. Aber ich gehe doch nicht barfuß spazieren“, verteidigt sich der 36-Jährige. Er bestreitet, auf den am Boden liegenden Mann eingetreten zu haben.
Keine DNA-Spuren auf Schuhen
Auch der Verteidiger des 33-Jährigen sieht die Sache anders: Sein Mandant habe das Opfer zuvor nie gekannt, zudem seien keine DNA-Spuren auf dessen Schuhen gefunden worden. Zwar habe dessen Ehefrau die Schuhe gereinigt – weil er in Hundekot getreten war -, doch laut Verteidigung hätten trotzdem Spuren gesichert werden müssen.
Beide Männer geben zu, zugeschlagen zu haben – aber nicht mehr. „Schläge ins Gesicht hat es gegeben, aber niemand hat auf den am Boden liegenden Mann eingetreten“, beteuern sie.
„Ist nur aufs Gesäß gefallen“
Der Hauptangeklagte schildert die Vorgeschichte so: „Wir sind zusammengesessen und haben getrunken. Er war unangenehm.“ Als das Opfer nicht von ihm abgelassen habe, habe er zugeschlagen. „Er ist nur aufs Gesäß gefallen und gleich wieder aufgestanden. Ich glaube, er wollte Stress, weil ich seiner Freundin die Hand geschüttelt habe.“
Ich habe noch nie jemanden, der am Boden liegt, mit Füßen getreten.
Der Zweitangeklagte (33)
Schwere Vorwürfe gegen Zeugen
Zwei Zeugen sind sich sicher: Das Opfer wurde bewusstlos getreten. „Warum sollten diese Zeugen lügen?“, will Frau Rat wissen? Der Zweitangeklagte erhebt schwere Vorwürfe: Einer der Zeugen soll Crystal Meth verkaufen, der andere habe sich als Polizist ausgegeben – und sei daher nicht glaubwürdig.
Eine entscheidende Person konnte bisher nicht aussagen: die Freundin des Opfers. Sie liegt krank im Bett. Ihre Aussage gilt als zentral – deshalb wurde der Prozess vertagt.
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