Abbau von Schuldenberg

ams-Osram verkauft Geschäftsanteile an Infineon

Wirtschaft
03.02.2026 20:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jetzt ist eine Entscheidung gefallen! Der angeschlagene Chip- und Sensorhersteller ams-Osram aus der Steiermark muss seinen Schuldenberg verringern. Für 570 Millionen Euro wird nun eine hochprofitable Sparte an den deutschen Chip-Riesen Infineon verkauft. 

Konkret geht es um das „nichtoptische Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäft“, wie das Unternehmen Dienstagabend mitteilte. Der Vollzug der Transaktion werde für das zweite Quartal 2026 erwartet.

Das veräußerte Geschäft erwirtschaftete den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 220 Millionen Euro Umsatz und etwa 60 Millionen Euro bereinigtes EBITDA. Der Verkauf betrifft laut ams-Osram auch Gesellschaften, die rund 130 Millionen Euro an Vermögenswerten halten, welche die Wandelanleihen und Senior Notes der Gruppe besichern.

Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
Die entsprechenden Erlöse sollen für einen anteiligen Rückkauf bzw. die Rückzahlung dieser Instrumente verwendet werden. Der Deal sorgt am steirischen Hauptsitz in Premstätten bei Graz für große Unruhe, betrifft er doch direkt die heimische Belegschaft.

„Mir wurde versichert, dass sowohl ams-Osram als auch Infineon trotz des Verkaufs des Medizin- und Industriegeschäfts alles geben werden, um den Standort Premstätten zu erhalten und den Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten. Ich gehe davon aus, dass sich dies nicht als leere Worthülsen erweisen wird”, erklärte Standortminister Peter Hanke in einer ersten Reaktion.

In Summe sollen die Teilverkäufe im Rahmen des Entschuldungsplans rund 670 Millionen Euro einbringen. Damit soll der Pro-forma-Verschuldungsgrad von 3,3 auf 2,5 (inkl. Osram-Put-Optionen) sinken.

Seit der milliardenschweren Übernahme des deutschen Traditionskonzerns Osram im Jahr 2020 kämpft die deutlich kleinere AMS mit den finanziellen Folgen. Ein Schuldenberg von rund zwei Milliarden Euro drückt auf die Bilanz. Mit dem Verkauf soll nun ein Befreiungsschlag gelingen. „Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe“, erklärte ams-Osram-Chef Aldo Kamper. Man könne die Verschuldung schneller als geplant reduzieren und zugleich frei werdende Kapazitäten für die Neuausrichtung des Unternehmens nutzen.

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