Jobs in Gefahr

Hanke kritisiert Verkaufspläne der ams-Osram

Wirtschaft
14.01.2026 10:07

Bundesminister Peter Hanke reagiert auf den „Krone“-Bericht zu den Verkaufsplänen der ams-Osram an Infineon und stellt klar, dass „Österreichs Chip-Kompetenz nicht verscherbelt werden darf“. Die 1300 Arbeitsplätze müssen sicher sein, sonst sollen auch „Millionenförderungen zurückfließen“. Er drängt darauf, auch österreichische Investoren einzubeziehen.

Auf die von der „Krone“ enthüllten Verkaufspläne der ams-Osram an die deutsche Infineon reagiert nun auch die Politik. Infrastrukturminister Peter Hanke warnt und fordert, „Österreichs Chipkompetenz nicht zu verscherbeln.“ Doch genau das könnte drohen, wenn das deutsche Unternehmen wichtige Teile wie berichtet kauft und sie in eigene Werke im Ausland verlagert.

Insider: „Letzter Nagel in Sarg der ams“
Infineon will sich das Medizin- und Industriegeschäft sichern ohne aber das Werk in Premstätten zu übernehmen. Für den deutschen Konzern mag der Deal wirtschaftlich Sinn ergeben, für den österreichischen Standort wäre es aber eine Hiobsbotschaft. Die Zukunft des Werks mit seinen 1300 Mitarbeiten wäre ungewiss. Insider sprechen davon, dass die Proponenten dieses Deals damit „den letzten Nagel in den Sarg der ams“ schlagen würden. Denn die Fabrik wäre nach einem Verkauf bei weitem nicht mehr ausgelastet und wirtschaftlich nicht mehr betreibbar, heißt es.

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Die Beschäftigten haben Familien in der Steiermark, Kinder in steirischen Schulen – ihre Existenz darf nicht zur Verhandlungsmasse werden.

Infrastrukturminister Peter Hanke

Hanke fordert den vollständigen Erhalt der 1300 Arbeitsplätze. Diese seien „keine austauschbaren Jobs. Ihre Existenzen dürfen nicht zur Verhandlungsmasse werden“, so der Minister. Zudem befürchtet er, dass strategische Chips-Technologie aus Europa nach Asien oder Amerika verlagert wird. Der SPÖ-Politiker sieht durch den möglichen Verkauf die reale Gefahr, dass diese „Technologie sang- und klanglos verschwindet.“ Doch wer diese Technologien kontrolliert, habe Macht über ganze Industriezweige.

Minister: „Förderungen zurückzahlen!“
Es geht aber auch noch um einen weiteren ganz heiklen Punkt und zwar üppige Förderungen im Rahmen des EU-Chips-Act. Hanke: „Österreichische und europäische Steuerzahler haben hunderte Millionen Euro in diesen Standort investiert – nicht damit ein Konzern sich die Filetstücke herauspickt und der Rest dann zugesperrt werden muss. Wenn Produktionskapazitäten verlagert werden, dann erwarte ich die volle Rückzahlung aller Förderungen der letzten zehn Jahre.“ In Summe sind das 227 Millionen Euro, über 100 Millionen Euro sind bereits geflossen. Es ist das größte österreichische Projekt im Rahmen des EU-Chips-Plans.

Hanke will Pläne nicht akzeptieren
„Doch der EU-Chips-Act soll Europa unabhängiger machen und nicht dazu dienen, dass Technologie und Know-how noch schneller aus Europa abfließen.“ Hanke wolle den anvisierten Verkauf nicht akzeptieren. Zudem sollen auch alternative Investorengruppen aus Österreich die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen.

Auch der steirische SPÖ-Chef Max Lercher meldete sich zu Wort und spricht sich für eine „österreichische Lösung“ aus. Außerdem fordert er eine „verbindliche Garantie für den Standort Premstätten und den vollständigen Erhalt aller Arbeitsplätze“, so Lercher, der eine „Kraftanstrengung“ seitens der Landesregierung fordert.

Gewerkschaften um Zukunft des Werks besorgt.
Ebenso reagierten die Gewerkschaften. „Der kolportierte Verkaufsplan gefährdet den gesamten Standort. Sollten Geschäftsfelder zum Schuldenabbau verkauft werden, muss es von Kaufinteressenten auch eine Standort- und Beschäftigungsgarantie garantie geben“, sagt Metaller-Gewerkschaftsboss Reinhold Binder. Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA Barbara Teiber fordert konkret eine schriftliche „Beschäftigungs- und Standortgarantie inklusive Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.“ Teiber betont auch die industriepolitische Bedeutung: „Die Frage, wo produziert wird, entscheidet über Wertschöpfung und technologische Souveränität.“ Immerhin präsentiert die Regierung diese Woche ihre Industriestrategie, was dem Thema zusätzliche Brisanz verleiht.

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