Armee in Stellung
Südafrika: Gewaltsame Ausschreitungen vor Wahl
Der Grund für die Ausschreitungen sei unklar, sagte der Polizeisprecher. Verletzte gebe es offenbar nicht. Der nationale Rundfunksender SABC berichtete, dass in der Gegend ein Wahllokal niedergebrannt wurde. Andere Medien meldeten bis zu drei solcher Vorfälle. In Bekkersdal hatte es in den vergangenen Monaten Proteste wegen mangelhafter öffentlicher Dienstleistungen gegeben. Die Ortschaft will die Parlamentswahl boykottieren, sie ist einer der Brennpunkte, in die vor der Wahl die Armee entsandt wurde, um Unruhen zu verhindern.
Die Wahl am Mittwoch ist die fünfte seit dem Ende der Rassentrennung vor 20 Jahren. Erstmals dürfen viele Südafrikaner abstimmen, die nie selbst die Apartheid erlebten. Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) und der von ihm gestellte Staatschef Jacob Zuma können trotz schlechter Wirtschaftslage und Korruptionsaffären mit einer Zustimmung von mehr als 60 Prozent rechnen. Die oppositionelle Demokratische Allianz hofft auf etwa 22 Prozent der Stimmen, die Partei des früheren ANC-Jugendführers Julius Malema auf vier bis fünf Prozent.
Allerdings dürfte es für den ANC auch die zweite Wahl in Folge werden, in der er an Zustimmung verliert. Schuld daran sind auch die hohe Arbeitslosigkeit, Vorwürfe von Freunderlwirtschaft und Kritik an Staatschef Zuma. Seine ersten fünf Amtsjahre waren überschattet von schweren Skandalen, darunter der sündhaft teure Umbau seiner Privatresidenz in Nkandla im Osten des Landes auf Kosten der Steuerzahler.
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