Auf ihr 100-jähriges Bestehen blicken dieses Jahr die Seilbahner in Tirol zurück. Was mit der Eröffnung der Zugspitzbahn im Juli 1926 begann, wuchs auf stolze 175 Betriebe mit 871 Anlagen von Landeck bis Osttirol an.
Ein besonderes Jahr begeht die Seilbahnbranche in Tirol. Denn am 5. Juli vor exakt 100 Jahren wurde mit der Zugspitzbahn in Ehrwald die erste Seilbahn in Tirol und gleichzeitig die zweite in ganz Österreich feierlich in Betrieb genommen. Anlässlich dieses stolzen Jubiläums luden am Donnerstag Franz Dengg, der Geschäftsführer der Zugspitzbahn, sowie Reinhard Klier, der Fachgruppenobmann der Tiroler Seilbahnen, zu einem Pressegespräch.
Dengg gab dabei einen kleinen geschichtlichen Rückblick und wartete auch mit einer Anekdote auf.
Ohne Seilbahnen gäbe es keinen Wintertourismus in der jetzigen Form. Sie sind auch ein wichtiger Arbeitgeber im Land.
Reinhard Klier
Berg- und Talfahrt gleich teuer wie Vier-Sterne-Hotel
„Im Jahr 1924 wurde mit dem Bau begonnen. Um eine Seilbahn zu bauen, benötigte es zuerst eine Materialseilbahn. Und um diese zu errichten, war viel Zement vonnöten. Den Arbeitern damals wurde das Angebot gemacht, dass sie statt einer zwei Schichten schreiben dürfen, wenn sie dafür einen 50 Kilogramm schweren Sack mitschleppen. Viele haben dieses Angebot damals angenommen.“ Und der Geschäftsführer rechnete vor, dass „damals der Preis für eine Berg- und Talfahrt gleich teuer war wie eine Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel“.
Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde die Zugspitzbahn Eigentum von Nazi-Deutschland, erst nach dem Krieg ging sie wieder in die österreichische Verwaltung über. Im Juni 1958 folgte schließlich die Gründung der Tiroler Zugspitzbahn AG mit Sitz in Ehrwald, an der das Land 51 Prozent der Anteile hielt.
Von Landeck bis Osttirol 871 Anlagen in Betrieb
Heute ist die Zugspitzbahn eine unter Hunderten. Wie Klier vorrechnete, „gibt es in Tirol 175 Seilbahn- und Schleppliftbetriebe mit 871 Anlagen“. Die Top-3-Bezirke sind übrigens Innsbruck-Land (29), Imst (27) und Schwaz (26). Schlusslicht ist Innsbruck mit lediglich drei Anlagen. Wer es noch etwas genauer wissen möchte: 402 Schlepplifte, 294 Sessellifte, 156 Umlaufbahnen, 14 Pendelbahnen und fünf Standseilbahnen gibt es von Landeck bis nach Osttirol.
Auch mit ein paar Rekorden können die Seilbahner aufwarten. So ist etwa die 3S-Eisgratbahn am Stubaier Gletscher mit 4,7 Kilometern die längste Dreiseilumlaufbahn der Alpen, während die neue Eiberg-8er-Sesselbahn in der SkiWelt Wilder Kaiser pro Stunde 4570 Personen pro Stunde transportiert. Und wer das höchste Café in ganz Österreich besuchen möchte, der kann mit der Wildspitzbahn gemütlich auf die Bergstation am Hinteren Brunnenkogel auf 3440 Meter Seehöhe gondeln.
Gäste, die eine Seilbahn nutzen, bleiben länger
Noch ein paar interessante Fakten zu den Seilbahnen in Tirol (siehe dazu auch die Grafik oben): Die Anzahl der Mitarbeiter beläuft sich auf 7500, davon sind 3300 ganzjährig und 4200 als Saisonkräfte im Winter beschäftigt. Der Bruttoumsatz pro Jahr liegt bei rund 6,3 Milliarden Euro. Auch spannend: Gäste, die das Seilbahnangebot nutzen, bleiben im Durchschnitt 7,4 Tage in Tirol, ohne Bergbahnnutzung reisen sie nach 5,7 Tagen wieder ab.
„Bürgermeister-Lifte haben schwere Zukunft“
„Ohne Seilbahnen gäbe es keinen Wintertourismus in der jetzigen Form. Darüber hinaus sind die Unternehmen ein wesentlicher Arbeitgeber im Land. Auch in der Lehrlingsausbildung ist die Branche beispielhaft“, betont Klier.
Beim Blick in die Zukunft meinte der Obmann, dass „die sogenannten Bürgermeister-Lifte hinter dem Haus aufgrund des Klimawandels eine schwierige und ungewisse Zukunft haben“. An Kompensationsflächen in der Höhe glaubt Klier eher nicht. „Wenn man sich die Debatten im Land bezüglich Zusammenschlüssen oder Erweiterungen anhört, sehe ich diesbezüglich keine Anzeichen.“
Zur laufenden Wintersaison meinte der Obmann abschließend, dass „wir vermutlich ähnlich abschließen werden wie in der Saison 2024/25. Eventuell geht sich ein leichtes Plus aus.“
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