Angriff auf Namen

Strauss-Kahn klagt gegen “DSK”-Bordell in Belgien

Ausland
30.04.2014 15:50
Der über eine Sex-Affäre gestolperte ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, will nicht hinnehmen, dass ein belgisches Bordell nach ihm benannt ist. Strauss-Kahn werde gegen diesen "Angriff auf seinen Namen" vor Gericht ziehen, kündigten fünf Anwälte des Franzosen am Mittwoch in Paris und Brüssel an.

In Frankreich wird der Finanzexperte nach den Anfangsbuchstaben seines Namens häufig "DSK" genannt. Genau diesen Namen hat sich der Bordellbetreiber Dominique Alderweireld - genannt Dodo - für sein neues Etablissement im belgischen Ort Blaton nahe der französischen Grenze ausgesucht. Nach seinen Angaben steht die Abkürzung offiziell für "Dodo Sex Klub".

Bordell-Betreiber spricht von "guter Werbung"
Alderweireld räumte aber ein, dass er bei der Namensfindung durchaus an Strauss-Kahn gedacht habe. "DSK" sei "als Augenzwinkern zu verstehen und eine gute Werbung", sagte er vergangene Woche der Nachrichtenagentur AFP. "Aus kommerzieller Sicht ist das exzellent, es ist fantastisch, weil alle von DSK sprechen."

Besonders pikant ist die Angelegenheit, weil der 64 Jahre alte Alderweireld neben Strauss-Kahn ebenfalls im Mittelpunkt eines Skandals um Sex-Partys mit Callgirls unter anderem im Luxushotel "Carlton" in der nordfranzösischen Stadt Lille. Strauss-Kahn, Alderweireld und mehrere weitere Angeklagte werden sich wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" vor Gericht verantworten müssen.

Strauss-Kahn bestreitet nicht, an Sex-Partys auch in Paris und Washington teilgenommen zu haben. Der Wirtschaftsexperte will aber nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um bezahlte Prostituierte handelte.

Vergewaltigungsvorwürfe beendeten Karriere
Strauss-Kahn hatte im Mai 2011 wegen einer anderen Sex-Affäre von der Spitze des IWF zurücktreten müssen: Er wurde in New York festgenommen, weil ein Zimmermädchen eines Luxushotels ihm Vergewaltigung vorwarf. Ein Strafprozess wurde später wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers eingestellt, in einem Zivilverfahren kam es zu einer außergerichtlichen Einigung. Heute gilt Strauss-Kahns Karriere als beendet. Zuletzt beriet er die serbische Regierung in Wirtschaftsangelegenheiten und stieg ins Investmentbank-Geschäft ein.

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