USA zeigen Fotos

“Beweise” für russische Militärs in Ostukraine

Ausland
22.04.2014 13:17
Die gegenseitigen Schuldzuweisungen in der Ostukraine gehen weiter: Die USA haben am Montag mehrere Fotos präsentiert, die nach Angaben Washingtons "Beweise" dafür sind, dass einige der bewaffneten Kämpfer im Osten des Krisenlandes in Wahrheit russische Militärs oder Offiziere des russischen Geheimdienstes sind. Die Fotos seien von der Regierung in Kiew übergeben worden, sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki.

Die USA werfen Russland vor, in die Unruhen in der Ostukraine verwickelt zu sein und diese anzuheizen. Moskau weist diese Vorwürfe strikt zurück. Nun veröffentlichte Washington unter anderem eine von der Ukraine übergebene Fotoserie, auf der zunächst ein Mann mit den Abzeichen der russischen Spezialeinheiten 2008 in Georgien zu sehen ist. Damals war es zu einem fünftägigen Krieg zwischen Russland und Georgien gekommen.

Derselbe Mann sei nun auf einem vor Kurzem aufgenommenen Foto von der Erstürmung der Polizeistation im ukrainischen Kramatorsk durch prorussische Kräfte zu sehen. Auch auf einem Foto aus Slawjansk scheint der Mann zu sehen zu sein.

USA wollen mit 50 Millionen Dollar helfen
US-Vizepräsident Joe Biden hat der Ukraine unterdessen bei seinem Besuch in Kiew ein 50 Millionen Dollar (36 Millionen Euro) schweres Hilfspaket versprochen. Zusätzlich will Washington acht Millionen an "nicht tödlicher" Militärhilfe, wie etwa Fahrzeuge oder Kommunikationsgeräte, zur Verfügung stellen, teilte ein Sprecher Bidens in Kiew mit.

Zuvor hatte Biden der Ukraine die Hilfe der USA zugesichert, zugleich müsste die Führung in Kiew aber den "Krebs der Korruption" bekämpfen, mahnte der Vizepräsident. Erst vergangene Woche hatten die USA eine Kreditbürgschaft für die Ukraine in Höhe von einer Milliarde Dollar freigegeben.

Die anstehende Präsidentenwahl am 25. Mai sei die wichtigste in der Geschichte des Landes, fügte Biden hinzu. Die Regierung in Washington wolle der Führung beim Aufbau einer vereinten Ukraine helfen. 

Biden forciert Energieunabhängigkeit der Ukraine
Biden traf sich am Dienstag in der ukrainischen Hauptstadt mit Übergangspräsident Alexander Turtschinow und Regierungschef Arseni Jazenjuk sowie mit Parlamentariern aus allen Regionen des Landes. Er ist der ranghöchste amerikanische Politiker, der bisher in der Ukraine-Krise nach Kiew gereist ist. Aus US-Regierungskreisen verlautete, Biden wolle auch über Möglichkeiten sprechen, die ukrainische Erdgasproduktion auszubauen und damit die Abhängigkeit von Russland zu verringern.

Die ukrainische Führung habe es langfristig auch in ihrer Hand, eine sichere Energieversorgung aufzubauen, erklärte der US-Politiker. "Stellen Sie sich vor, Sie könnten Russland heute sagen: 'Behaltet euer Erdgas.' Es wäre eine ganz andere Welt." Die Ukraine deckt mehr als die Hälfte ihres Bedarfs mit russischem Gas.

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